Musikkomödie „Irgendwo, irgendwie, irgendwann“ feiert Premiere im Fritz-Theater

Ein munterer Klamauk

Szene aus „Irgendwo, irgendwie, irgendwann“ im Fritz-Theater: Onkel Paul (Martin Rönnebeck) verbündet sich mit Schwester Olga (Sarah Fleige). - Foto: Thomas Holz

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ende 1989: Ein Skandal geht durch die Schlagzeilen: Milli Vanilli singt nicht selber. Ein Schock. Paul (Martin Rönnebeck) fällt ins Koma. Zehn Jahre später geht es ums Geld.

Schwester Constanze, herrlich hysterisch und wunderbar bösartig gespielt von Lena Wischhusen, will ans Erbe und sagt auch, wie das gehen soll: „Schnipp, schnapp, Kabel ab“ oder anders gesagt: „Der Checker zieht den Stecker“.Sie umgarnt den Arzt Doktor Wischhausen (Sven Prüwer), die lebenserhaltenden Maschinen abzuschalten und Paul für tot zu erklären. Doch dieser erwacht unverhofft aus dem Koma.

Böse Absichten in einer lustigen Geschichte: Im ausverkauften Fritz-Theater am Herdentorsteinweg sorgte die Premiere von „Irgendwo, irgendwie, irgendwann – Onkel Pauls Mixtape“ für Lachsalven und brachte die Zuschauer immer wieder zum Mitsingen und sogar zum Mittanzen. Mehr als 40 Songs der 80er und 90er sind eingearbeitet, die im Rahmen der Handlung ungeahnte Bedeutungen erhalten.

Nun hilft auch nicht mehr, dass Constanze mit viel Pathos „Time to say godbye“ singt. Paul hat gehört, was man mit ihm vorhat. Constanzes nächster Song wirkt auch schon weniger betroffen, sondern die zutiefst optimistisch. Die erste Textzeile: „Im Sturz durch Raum und Zeit Richtung Unendlichkeit fliegen Motten in das Licht, genau wie Du und Ich.“ Die Zukunft von Constanze und Ehemann Eduard (Torsten Ankert) soll anfangen und so rückt Constanze den Nena-Klassiker „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ mit leichter Zunge in einen diabolischen Kontext.

Auch Arzt Wischhausen scheint sich etwas von der Ausschüttung von Pauls Vermögen zu versprechen. Er macht einen verdächtigen Anruf in Südamerika. Steckt er mit Constance unter einer Decke? Paul verbündet sich derweil mit Krankenschwester Olga (Sarah Fleige).

Die Verlesung des Testaments wird für Constanze zu einer bösen Überraschung. Paul hat eine Tochter. Sie kriegt den Löwenanteil des Erbes. Eduard bekommt eine Spielzeugfabrik. Für Constanze bleibt nur wertloser Kleinkram. Egal, denn danach kommt es raus: Paul lebt. Er darf nach Hause. Dort müssen ihn alle im Interesse seiner Gesundheit im Glauben halten, es sei 1989.

Das Stück macht einfach Spaß. Herrlich bösartig wirkt das lieblose Eheleben von Constanze und Eduard. Die Meinungen sind eindeutig. „Männer sollten sein wie gutes Mineralwasser. Still“, sagt Constanze. Eduard ist auch deutlich: „Frauen sollten sein wie die Niagara-Fälle. Weit weg“. Schrullig sind Auftritte von Sven Prüwer als Transvestit Mercedes, der Eduard den Kopf verdreht. Christopher Kotoucek hat als Autor und Regisseur einen bunten und munteren Klamauk geschaffen. Viele der geplanten Vorstellungen sind bereits ausverkauft, mehr Infos und Termine gibt es auf der Homepage des Theaters.

www.fritz-bremen.de

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