„Mundtot machen“

Fall Magnitz: Ermittler prüfen angebliches Bekennerschreiben

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Drei unbekannte Täter haben den AfD-Politiker Frank Magnitz in diesem Durchgang am Theater Bremen überfallen. Ein Video zeigt, wie einer der Täter den 66-Jährigen von hinten ansprang. Magnitz stürzte ungebremst. 

Bremen – Von Thomas Kuzaj. Nach dem Angriff auf den Bundestagsabgeordneten und Bremer AfD-Chef Frank Magnitz (66) ist ein angebliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Die Ermittler prüfen, ob es echt ist. Am Abend kündigten sie zudem an, per Video nach den Tätern fahnden zu wollen. Das Material werde vorbereitet, nachdem das Amtsgericht das OK dazu gegeben hat.

Den Überfall im Bereich des Goetheplatzes, bei dem Magnitz eine Gehirnerschütterung und eine Kopfplatzwunde erlitt, reklamiert auf der linken Internetseite „Indymedia“ eine bislang in Bremen und andernorts nicht bekannte Gruppe namens „Antifaschistischer Frühling Bremen“ für sich. Jeder kann auf „Indymedia“ Einträge hinterlassen.

„Der Kriminaldauerdienst der Polizei Bremen entdeckte das Schreiben am Mittwochabend, kurze Zeit später wurde es bereits wieder von der Seite gelöscht“, sagte Polizeisprecher Nils Matthiesen am Donnerstag. Bislang ist das nicht fehlerfrei formulierte Schreiben dort noch nicht wieder aufgetaucht. In dem Text – von wem auch immer verfasst – wird unter anderem behauptet, Magnitz halte „gute Kontakte in die rechtsextreme und faschistische Szene“. Er dürfe „in Bremen und anderswo keinen Fuß mehr fassen“ und müsse „mundtot gemacht“ werden. Bei dem Angriff sei es darum gegangen, den Politiker „von seinem faschistischen Gedankengut befreien“ zu wollen. Die Ermittler haben durchaus Zweifel an der Authentizität des Bekennerschreibens. Die Soko „Goetheplatz“ prüft die Echtheit gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt.

Dem Vernehmen nach war auf der Plattform „Indymedia“ im Jahr 2017 ein Bekennerschreiben zu einem Brandanschlag auf einem Firmenareal in Gröpelingen aufgetaucht.

Dem Firmeninhaber war unterstellt worden, AfD-Sympathisant zu sein. Die Täter setzten einen Lastwagen in Brand. Im daneben parkenden Laster schlief ein Fahrer, der aufwachte und sich und sein Gespann gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte.

Wie berichtet, hat die Bremer Polizei im Zusammenhang mit dem Überfall auf Magnitz ein Hinweisportal (Adresse: https://hb.hinweisportal.de/) freigeschaltet.

Die Ermittler rufen Zeugen und Passanten dazu auf, Bilder und Videos des Zeitraums 16 bis 18 Uhr am Montag (7. Januar) aus dem erweiterten Bereich rund um den Goetheplatz (Kunsthalle, Gerhard-Marcks-Haus, Wallanlagen) auf dem Portal zur Verfügung zu stellen. „Wer seine Identität nicht preisgibt, bleibt anonym“, heißt es. Auch Texte sind willkommen.

Es seien bereits die ersten Reaktionen und Hinweise eingegangen, so Polizeisprecher Matthiesen am Donnerstag. Ob auch Fotos und Videoaufnahmen darunter waren, wollte er nicht sagen.

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