75-jährigen Mann in Walle bei einem Unfall tödlich verletzt

Motorrad-Raser wegen Mordes angeklagt

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Bremen – Von Thomas Kuzaj. Wegen Mordes klagt die Bremer Staatsanwaltschaft einen 24-jährigen Motorradfahrer an, der im Juni einen 75-jährigen Mann in Walle bei einem Unfall tödlich verletzt haben soll. Das bestätigte Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft, gegenüber unserer Zeitung. Die Ermittler halten das juristische Mordmerkmal der „niederen Beweggründe“ für gegeben.

Der 24-Jährige soll zu einer Motorrad-Raser-Szene gehören, die mit Helmkameras halsbrecherische Fahrten durch Innenstädte filmt und die Aufnahmen anschließend ins Internet stellt. Der Bremer soll deutschlandweit zu den „Stars“ dieser Szene zählen und mehr als 80.000 Abonnenten auf seinem Youtube-Kanal gehabt haben. So ein Kanal bringt auch Geld ein, was im Zusammenhang mit den mutmaßlich billigend in Kauf genommenen Gefährdungen anderer Verkehrsteilnehmer vor Gericht für „niedere Beweggründe“ sprechen könnte.

Am Abend des 17. Juni war es in einem Baustellenbereich auf der Nordstraße zu einem Unfall gekommen. Der 24-Jährige soll einen 75-jährigen Fußgänger erfasst haben, als dieser an einer über die Straße ging. Der Rentner wurde mehrere Meter weit durch die Luft geschleudert. Er starb noch an der Unfallstelle.

Vor diesem Unfall soll der Motorradfahrer zudem eine Unfallflucht begannen haben. Er sei mit einem Auto zusammengestoßen, heißt es. Auf der Flucht von diesem Unfall habe der Mann dann den Fußgänger an der Waller Ampel übersehen.

Der 24-Jährige, der während der tödlichen Unfallfahrt keine Aufnahmen gemacht haben soll, kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Von dort soll er die Nachricht an seine „Fans“ gepostet haben, dass nun erst einmal keine weiteren Videos zu erwarten seien.

Die Polizei durchsuchte die Wohnung des Mannes und beschlagnahmte seinen Laptop. Dabei sollen Aufnahmen gefunden worden sein, die der 24-Jährige im Internet verbreitet hat – etwa von Hochgeschwindigkeits-Rennen mit Autofahrerin in der nächtlichen Bremer Innenstadt. Am 24. Juni wurde der Mann festgenommen, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Hauptverhandlung gegen ihn muss innerhalb einer Frist von sechs Monaten beginnen. Während der Ermittlungen soll der Mann sich nicht zu den Vorwürfen geäußert haben.

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