Morgen beginnt der unbefristete Streik in den kommunalen Bremer Kindergärten

Wertschätzung erzwingen

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Die Bremer Verdi-Sprecherin Kornelia Knieper.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der unbefristete Streik in den kommunalen Kitas beginnt in Bremen noch vor der Bürgerschaftswahl – morgen, Freitag, nämlich. „93,44 Prozent der Verdi-Mitglieder haben für den Streik gestimmt“, sagt Kornelia Knieper, Sprecherin der Gewerkschaft für den Bezirk Bremen/Nordniedersachsen. Streiken wollen Erzieher und Sozialarbeiter, so dass auch Behindertenwerkstätten betroffen sind.

Mit dem Erzwingungsstreik will die Gewerkschaft Verdi erreichen, dass die Arbeit der in Kindertagesstätten und Werkstätten Beschäftigten „grundsätzlich aufgewertet“ wird. Es geht um eine höhere Eingruppierung für Beschäftigte der Sozial- und Erziehungsberufe und um ein Einkommens-Plus von durchschnittlich etwa zehn Prozent. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände hat die Streikankündigung kritisiert – und die Gewerkschaften zu weiteren Verhandlungen aufgefordert.

„Die Arbeit mit und für Menschen wird völlig unterbewertet, obwohl die Anforderungen extrem gestiegen sind“, sagt der Gewerkschafter Klaus Schukowski. Toren Christians, stellvertretender Personalratsvorsitzender beim Bremer Eigenbetrieb Kita Bremen, fügt an: „Seit 1991 hat sich an der Grundeingruppierungssituation nichts geändert.“ Nach dem „Pisa-Schock“ aber seien die Anforderungen an die Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren „extrem“ gestiegen. „Bei der Bezahlung aber hat sich überhaupt nichts verändert. Das frustriert die Kollegen.“ Wenn besser eingruppiert werde, bedeute das auch mehr Wertschätzung für die Berufe im sozialen Bereich.

Beim Streik stehen die Erzieherinnen (und Erzieher) am stärksten im Fokus der Öffentlichkeit – weil es so viele sind, und weil so viele Menschen direkt betroffen sind. Es geht aber auch um die Bezahlung von Heilpädagogen, Jugendgerichtshelfern, Mitarbeitern in Jugendzentren, Ganztagsschulen und eben Behindertenwerkstätten. So trifft der Streik auch die Einrichtungen der Werkstatt Bremen. Hier sollen täglich wechselnde Standorte bestreikt werden.

Den Anfang machen in Bremen morgen die kommunalen Kindergärten. Zu Kita Bremen gehören nach eigenen Angaben 69 Kindertagesstätten und elf Spielhäuser. In den Kinder- und Familienzentren mit ihren gut 1200 Beschäftigten werden, so die Gewerkschafter, „8500 Kinder betreut, gebildet, gefördert“. „Es wird bemerkbar sein in Bremen und umzu, dass die Einrichtungen geschlossen sind“, sagt Verdi-Sprecherin Kornelia Knieper.

Als „Zeichen des Entgegenkommens“ habe die Gewerkschaft Notdienstvereinbarungen getroffen – so auch in Bremen, wo es damit in „sehr begrenztem Rahmen“ Angebote für Kinder alleinerziehender und berufstätiger Eltern gibt. Etwa zehn Prozent – also ungefähr 850 Kinder – sollen auf diese Weise während des Streiks „qualifiziert“ weiterbetreut werden, so die Gewerkschafter. Etliche werden dafür weitere Wege in Kauf nehmen müssen – notbetreut wird in 13 Kinder- und Familienzentren.

Beschäftigte in den Kitas des Bremerhavener Magistrats gehen von Mittwoch nächster Woche an in den Ausstand. Hier gehen die Gewerkschafter davon aus, dass bis zu 25 Prozent der etwa 2000 betroffenen Seestadt-Kitaplätze für einen Notdienst zur Verfügung stehen.

Nächsten Mittwoch – am 13. Mai – wollen sich Vertreter aller beteiligten Berufsgruppen zu einem „Aktionstag“ in Bremen treffen.

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