13-jähriger Junge weiter in Lebensgefahr / Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts

Mordkommission sucht Unfallfahrer

So einen Opel Astra (Fünftürer, Typ J) sucht die Polizei. Der Unfallwagen mit dem Kennzeichen HB-BA 351 dürfte auf der Beifahrerseite vorne rechts beschädigt sein. - Foto: Polizei

Bremen - Der 13-jährige Junge, der in der Vahr von einem unbekannten Raser angefahren wurde, schwebt weiter in Lebensgefahr. Sein Zustand sei nach wie vor kritisch, sagte eine Polizeisprecherin gestern. Die Ärzte kämpfen um sein Leben. Inzwischen hat die Mordkommission die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Wie berichtet, hatte der Junge am Freitag vergangener Woche um 12.30 Uhr mit seinem Fahrrad die Julius-Brecht-Allee überquert – bei Grün. Der Unfallfahrer hatte alle wartenden Autos überholt und war trotz Rotlichts geradeaus weitergerast. Er erfasste den Jungen mitten auf der Fahrbahn. Das Kind wurde etwa 15 Meter weit durch die Luft geschleudert.

Fahrer und Beifahrer waren dann zunächst kurz ausgestiegen und hatten den Jungen angesehen. Doch statt sich um den Schwerverletzten zu kümmern, liefen beide zum Auto zurück – und fuhren einfach davon. Von dem Unfallfahrer fehlt jede Spur. Vom Unfallwagen ebenfalls. Wegen des – so die Sprecherin gestern – „äußerst grob verkehrswidrigen Verhaltens“ gehen Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt von einem versuchten Tötungsdelikt aus.

Schon am Wochenende war eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden. „Durch die neue Einstufung des Deliktes hat die Mordkommission in enger Zusammenarbeit mit dem Verkehrskommissariat die weiteren Ermittlungen übernommen“, so die Polizeisprecherin.

Das Kennzeichenn des Unfallwagens ist bekannt. Es handelt sich um einen Opel Astra (Fünftürer, Typ J) mit dem amtlichen Kennzeichen HB-BA 351. Das silberfarbene Auto (beim Hersteller heißt die Farbe „Diamantblau“) ist ein Leihwagen. Der Mann, der den Wagen mietete, muss nicht zwingend auch der Unfallfahrer sein. Zeugen haben den Mann, der am Steuer saß, als 35- bis 45-Jährigen beschrieben.

Weitere Zeugen suchen die Ermittler nun. Unter anderem geht es um die Frage, wo der Opel abgeblieben ist – oder möglicherweise zur Reparatur abgegeben wurde. Der Unfallwagen „muss auf der Beifahrerseite vorne rechts beschädigt sein“, so die Polizeisprecherin. „An der Unfallstelle wurde die Abdeckung des rechten Außenspiegels sichergestellt.“ Also: „Wer kann Angaben zu eventuellen Ersatzteilbestellungen zu diesem Fahrzeugtyp machen?“

Weitere Angaben erhoffen die Ermittler sich zu den beiden Männern, die am Freitagmittag mit dem Auto in der Vahr unterwegs gewesen sind. Hinweise nimmt der Bremer Kriminaldauerdienst entgegen. Er ist unter der Telefonnummer 0421/362-38 88 zu erreichen. - kuz

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