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Vermisstenfall Ekaterina B.: Bremerhavenerin tot aufgefunden – war es Mord?

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Von: Johannes Nuß

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Die vermisste 32-jährige Ekaterina Baumann aus Bremerhaven-Wulsdorf
Ekaterina B. (32) aus Bremerhaven-Wulsdorf wurde vermisst und nun tot aufgefunden. (kreiszeitung.de-Montage) © Polizei Bremerhaven

Die vermisste Bremerhavenerin Ekaterina B. ist tot. Ihr lebloser Torso wurde in einem Koffer aus der Weser geborgen. Die Polizei geht von einer Straftat aus.

Bremerhaven – Die seit rund vier Wochen vermisste Ekaterina B. aus Bremerhaven-Wulsdorf ist tot. Ihre Leiche wurde am Dienstag, 1. März 2022, aus der Weser in Bremerhaven geborgen. Am Ende der umfangreichen Suche und der zahlreichen polizeilichen Maßnahmen steht fest, dass die 32-Jährige Opfer einer Straftat geworden ist. Womöglich war es Mord.

Vermisstenfall Ekaterina B. aus Bremerhaven: Koffer mit Leichenteilen in der Weser entdeckt

Im Verlauf des Montags, so die Polizei in einer Pressemitteilung, sei ein Koffer direkt an der Wasserkante der Weser in Höhe des Atlantic-Hotels Sail City in Bremerhaven entdeckt und geborgen worden. Ein Zeuge hatte die Polizei informiert. Im Koffer befanden sich zahlreiche Leichenteile einer Frau. Ein Beitrag über den Fall Ekaterina B. aus Bremerhaven in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY brachte erste Hinweise in dem Fall.

Das Atlantic Hotel Sail City spiegelt sich bei Sonnenaufgang im Wasser.
Ein Koffer mit weiblichen Leichenteilen war am Dienstag in der Weser in Höhe des Atlantic-Hotels Sail City in Bremerhaven entdeckt worden. (Archivbild) © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Nach den seit Mittwoch, 2. März 2022, vorliegenden Ergebnissen ist sicher, dass es sich bei der Toten um die vermisste Ekaterina B. handelt. Die Polizei Bremerhaven und die Staatsanwaltschaft ermitteln in einem Tötungsdelikt zum Nachteil der jungen Frau.

Vermisstenfall Ekaterina B. aus Bremerhaven: Spürhunde im Einsatz – mehrtägige Suchen ohne Erfolg

Die Polizei Bremerhaven hat in den vergangenen vier Wochen eine Vielzahl von Maßnahmen eingeleitet, um die vermisste 32-Jährige aufzufinden. Insbesondere der mehrfache Einsatz von Spürhunden, mehrtägige Suchmaßnahmen durch eine Polizeihundertschaft und Studierende der Hochschule für Öffentliche Verwaltung sowie der Einsatz von Drohnen und technischem Gerät in und auf Wasserflächen haben große Aufmerksamkeit erregt.

Daneben wurden zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung zum Verbleib der vermissten Frau aufgenommen und von der 30-köpfigen Kommission der Polizei Bremerhaven bewertet. Zusätzlich wurden Hinweise in den Befragungen von Familienangehörigen, Freunden und Bekannten gewonnen, die von den Ermittlern ebenfalls verfolgt wurden. Alle Ansätze und erlangten Kenntnisse sowie Beweise fließen nun in das laufende Strafverfahren ein.

Vermisstenfall Ekaterina B. aus Bremerhaven: Haftbefehl gegen Ehemann erlassen

Die zusammengeführten Beweise und Indizien haben nach dem Auffinden von Ekaterina B. zum Erlass eines Haftbefehls gegen den Ehemann der jungen Frau geführt. Dieser wurde nach Beantragung durch die Staatsanwaltschaft Bremerhaven heute vom Amtsgericht Bremerhaven verkündet. Bereits in den vergangenen Wochen war der Ehemann in den sozialen Medien von verschiedenen Seiten aus für das Verschwinden der jungen Frau verantwortlich gemacht.

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei Bremerhaven bitten zum Schutze der Angehörigen der jungen Frau und vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen darum, sich in der Öffentlichkeit nicht an den Spekulationen zu den Hintergründen der Tat sowie zum genauen Tathergang zu beteiligen.

Weitere Blaulichtmeldungen aus Bremen und Niedersachsen: Zehnjähriger in Rotenburg wieder da

Im Kreis Rotenburg in Niedersachsen gab es zuletzt einen Vermisstenfall mit glücklichem Ausgang. Dort hatten Polizei, Feuerwehr und DRK nach dem vermissten 10-jährigen Felix H. gesucht. Nach intensiver Suche war der Junge dort auch wieder aufgetaucht. Die Polizei erklärte, dem 10-Jährigen sei es nach seinem Wiederauftauchen den Umständen entsprechend gut gegangen.

Weit über 1000 Vermisstenfälle in Niedersachsen 2021 – viele Vermisste tauchen wieder auf

In Niedersachsen gab es auch 2021 zahlreiche offene Vermisstenfälle. Nach Angaben der Deutschen-Presse-Agentur wurden allein im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) 2021 über 1200 Menschen vermisst. Die Zahl setzt sich aus neuen sowie alten Fällen zusammen. Der älteste Vermisstenfall geht dabei auf das Jahr 1957 zurück.

Wie im aktuellen Fall des zehnjährigen Felix aus Hasssendorf im Kreis Rotenburg konnten auch 2021 viele Fahndungen wieder zurückgenommen werden, weil die vermissten Personen wieder auftauchten. Konkret war das im vergangenen Jahr in Niedersachsen bei 7169 Personen der Fall – von insgesamt 7852 in diesem Jahr gemeldeten Vermissten.* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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