Moonwalk in Perfektion

Michael-Jackson-Show „Thriller Live“ begeistert im Metropol-Theater

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Michael Jackson reloaded - in der Show „Thriller Live“, die im Metropol-Theater zu sehen. Es gibt es noch Restkarten, hieß es.

Bremen - Von Viviane Reineking. Es gibt nicht den einen „Michael Jackson“. Jedenfalls nicht in der Show „Thriller Live“ vom Londoner West End. Sie tourt derzeit durch deutsche Städte und macht noch bis Freitag im Metropol-Theater Station. Am Mittwochabend brachte das Ensemble in zweieinhalb Stunden mehr als 30 Songs auf die Bühne. Dabei brauchte es fünf Darsteller, um der großen Faszination des „King of Pop“ gerecht zu werden.

Nur rund 700 Anhänger des vor fast zehn Jahren gestorbenen Ausnahmekünstlers sind am ersten Bremer Showabend ins damit etwa halbvolle Theater am Richtweg gekommen, um in das künstlerische Vermächtnis des „King of Pop“ einzutauchen. 

Fünf Sänger, diverse Tänzer und eine sechsköpfige Live-Band bringen „Thriller Live“ auf die Bühne. Die Show feierte bereits 2009 ihre Deutschland-Premiere und zeichnet den Weg von Michael Jackson musikalisch nach - von den Anfängen mit den „Jackson Five“ bis hin zu Songs aus dem Studioalbum „Thriller“ von 1982.

Um es vorweg zu sagen: Das Original „Michael Jackson“ erreicht die Show nicht. Aber, das wird schnell deutlich, es ist nicht ihr Anliegen. Es wäre auch vermessen gewesen. Wer eine hundertprozentige Nachahmung des Künstlers erwartet, muss beinahe zwangsläufig enttäuscht werden. Die fünf Hauptdarsteller (darunter eine Sängerin) haben allesamt ausgezeichnete Stimmen, die nur in Teilen der von Jackson ähneln. 

Manchmal sind sie sogar ganz schön weit vom Original entfernt. Sie imitieren ihn eben nicht, nähern sich ihm auf ihre eigene Weise. Dann wieder meint man, der „echte“ Michael steht da oben auf der Bühne. Der Griff nach dem Hut, den Kopf nach vorne gebeugt, die Hand im Schritt: Nur einer der Akteure kommt im typischen Michael-Jackson-Outfit und mit entsprechenden Posen daher. 

Und der ist stimmlich und tänzerisch einfach eine Wucht. Leider darf er nur bei wenigen Songs („Dangerous“, „Smooth Criminal“ und „Billie Jean“) begeistern. Die Tänzer beeindrucken mit grandiosen Choreografien. Verantwortlich hierfür zeichnen Gary Lloyd und LaVelle Smith Jr., letzterer ist Originalchoreograf des Videos zu „Dangerous“. 

Schade, dass die sechs Musiker auf der Bühne unter einer großen Brücke samt Showtreppe und hinter einer LED-Wand derart versteckt werden, dass die Zuschauer sie nur wenige Male, etwa bei „They don’t care about us“, zu sehen bekommen.

Mehrmals dagegen erleben die Showbesucher den legendären Moonwalk in Perfektion, bei dem der eben hervorgehobene Darsteller mehrere Meter scheinbar schwerelos rückwärts über den Boden gleitet. Im zweiten Teil nach der Pause bei „Smooth Criminal“, bei dem auch die für den Song charakteristische Tanzpose „Lean“ (das weite Vorlehnen des Oberkörpers) nicht fehlen darf. 

Und noch einmal später bei „Billie Jean“. Ab diesem Zeitpunkt, sechs Songs vor Showschluss, springt der Funke denn auch so richtig aufs Publikum über: Es wird geklatscht, gepfiffen, mitgesungen und gestrahlt. Endlich, möchte man meinen, denn so groß der Applaus an jedem Songende ist, so zurückhaltend zeigte sich das Publikum während der einzelnen musikalischen Parts.

Dabei gibt es einige Höhepunkte. Etwa, als ein Kinderdarsteller den Michael Jackson in seiner Kinderzeit mimt und „I’ll be there“ von 1970 singt. Als nach der Pause „Beat it“ vom „Thriller“-Album zu hören ist. Und der „Earth Song“ erklingt. 

Als der junge „Michael Jackson“ in Anlehnung an das berühmte Musikvideo in rotem Outfit und umgeben von gruseligen Untoten „Thriller“ singt. Bei „Black or white“, einem der letzten Songs des Abends, entfährt dann einem neben der Autorin stehenden Zuschauer, was wohl viele gedacht haben dürften: „Das ist der Hammer. Ich habe Gänsehaut.“

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