Mitarbeiter wählen Lieblingsbilder aus

„Mondnacht“ im Overbeck-Museum

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Fritz Overbeck malte die „Mondnacht I“ (auch unter dem Titel „Das weiße Haus“ bekannt) im Jahr 1898 – also zu einem Zeitpunkt, als er noch in Worpswede lebte.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Vegesacker Overbeck-Museum setzt seine populäre Reihe „Bild des Monats“ – die Reihe ist ein dauerhafter Publikumserfolg des Hauses – in diesem Jahr mit einem leicht veränderten Konzept fort. „Fast 600 Besucher kamen im vergangenen Jahr insgesamt allein zu den beliebten Führungen, in denen jeweils ein Gemälde ganz genau unter die Lupe genommen wird“, so Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi.

Nun gibt es eine kleine Änderung. Die zwölf Bilder für das laufende Jahr wird nicht Museumsleiterin Pourshirazi auswählen, sondern das Team des Overbeck-Museums. Sämtliche Mitarbeiter kommen dabei an die Reihe. En passant lerne das Publikum nicht allein das Werk von Fritz und Hermine Overbeck-Rohte, sondern „auch die vielen engagierten Menschen vor und hinter den Kulissen des Overbeck-Museums ein wenig besser kennen“, erläutert Pourshirazi den Hintergrund der Aktion.

Den Anfang macht nun Melanie Schmidt-Menguit, die im Haus für die Museumspädagogik zuständig ist. Die studierte Kulturwissenschaftlerin bringt den vielen Schulklassen und Vorschulkindern, die das Overbeck-Museum besuchen, das Werk des Malerehepaares nahe und leitet sie beim eigenen Malen und Zeichnen an. Ihr Wunsch zum „Bild des Monats“ ist das Leinwandgemälde „Mondnacht I“ von Fritz Overbeck aus dem Jahr 1898.

Aufforderung an die Fantasie

„Mit seiner geheimnisvollen, fast märchenhaften Stimmung lädt es dazu ein, sich Geschichten vorzustellen. Zugleich bildet es den Auftakt eines ,Mondnacht-Zyklus‘: Etliche spätere Werke von Fritz Overbeck greifen das Motiv auf und variieren es“, so Pourshirazi.

Am Mittwoch, 17. Januar, und am Donnerstag, 25. Januar, lädt die Museumsleiterin jeweils um 17 Uhr zu einer Kurzführung ein, die eine intensive Bildbetrachtung mit Fakten und Geschichten rund um das Gemälde verknüpft. Die Führung kostet zwei Euro plus Museumseintritt.

Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede dann, um sich in Bröcken bei Vegesack niederzulassen – ländliche Idylle zog ihn an. „In einer Straße zu wohnen oder sonst in irgendeiner scheußlichen Umgebung, brächte ich nicht fertig“, schrieb der Künstler damals denn auch.

Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 in Vegesack ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) seit 1990 das Overbeck-Museum gewidmet. Es hat täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Im vergangenen Jahr freute sich das Team um Leiterin Pourshirazi zum zweiten Mal in Folge über insgesamt knapp 10 000 Besucher im Hause – darunter waren 90 Schulklassen.

Tanz-Legende aus Indien

Ebenfalls in Vegesack wird demnächst eine indische Tanz-Legende erwartet – bei einem Indien-Fest, das am Sonnabend, 20. Januar, um 18 Uhr im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus beginnt. Stargast ist – so eine Ankündigung – die „glamouröse Tänzerin“ Shovana Narayan, eine „lebende Legende“, die zum ersten Mal in Deutschland auftritt. Der Verein „Shaktya“ organisiert das Indien-Fest in Zusammenarbeit mit der indischen Botschaft in Berlin.

Im vorigen Jahr folgten etwa 300 Gäste der Einladung des Vereins und seines Bremer Vorsitzenden Dr. Rajesh Mishra, sagt eine Sprecherin. In diesem Jahr würden „an die 500 Indien-Fans und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Tourismus“ erwartet – darunter die indische Botschafterin in Berlin, Mukta Dutta Tomar, und Generalkonsul Madan Lal Raigar aus Hamburg. Zum Programm gehören eine Ausstellung zur indischen Kultur sowie musikalische und tänzerische Einlagen. „Kulinarisch abgerundet wird der Abend durch verschiedene Köstlichkeiten der indischen Küche“, heißt es – „rein vegetarisch“.

„Glamouröse 68-Jährige“

Als Programmhöhepunkt gilt der 90-minütige Auftritt von Shovana Narayan. Die „glamouröse 68-Jährige“ werde in Indien „als Star, Tanz-Pionierin und Kathak-Guru gefeiert“. Kathak – das ist ein traditioneller indischer Tanzstil, der seine Ursprünge im 13. Jahrhundert hat und seither vor allem in Nordindien, im Punjab und im Bundesstaat Uttar Pradesh getanzt wird, wie die Organisatoren des Fests erklären.

Und weiter: „Zu Beginn ruft ein Sänger, meist begleitet von verschiedenen Trommelinstrumenten, in einer Huldigungszeremonie Hindu-Gott Ganesha an, um für ein gutes Gelingen der Veranstaltung zu bitten. Blumen und Weihrauch bereiten die Bühne für den anschließenden Auftritt vor. Kathak-Tänzer treten meist solo auf und tragen bis zu 150 Glöckchen und Schellen an den Fußgelenken, die die rhythmische Fußarbeit unterstreichen. Zum Tanz gehören verschiedene Drehungen, Sprünge und Pirouetten.“

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