Kate Atkinson aus dem schottischen Edinburgh erhält Radio-Bremen-Krimipreis für „Das vergessene Kind“

Mörderische Geschichten von der Insel

Kate Atkinson im Café „Weserhaus“.
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Kate Atkinson im Café „Weserhaus“.

Bremen - Von Viviane Reineking - Gehört hatte Kate Atkinson zwar noch nichts von dem Preis, der ihr am Mittwochabend im Rahmen des 15. Bremer Krimifestivals verliehen werden sollte. Dennoch freute sich die Autorin aus dem schottischen Edinburgh über den Radio-Bremen-Krimipreis für ihren Roman „Das vergessene Kind“.

Vollbesetzt waren die Stulhreihen im Café „Weserhaus“, gebannt lauschten die Krimifans den Leseproben der eingeladenen Autoren. Der mit 2 500 Euro dotierte Krimipreis im Rahmen der Bremer Krimi-Tage „Prime Time – Crime Time“ wird im jährlichen Wechsel an deutschsprachige und ausländische Autoren verliehen. „Bis in die geheimsten Seelenwinkel leuchtet Atkinson die einzelnen Charaktere aus, erzeugt fließende Übergänge zwischen Opfer- und Täterdasein, verkehrt gar deren Rollen“, urteilt die Jury, und lobte dazu die „in lakonischem Humor getränkte Erzähltechnik“ des 2010 unter dem Titel „Started early, took my dog“ erschienenen Werkes.

Die Einzelschicksale der Protagonisten verlaufen in Atkinsons vielschichtigem Krimiroman parallel, fügen sich im Verlauf der Geschichte wie Puzzleteilchen ineinander. Im Mittelpunkt steht Ex-Polizist und Privat ermittler Jackson Brodie. Der sucht nach Hinweisen auf die biologischen Eltern seiner Klientin. Bei der Recherche trifft er auf Tracy Waterhouse, eine vollschlanke, pensionierte Kriminalkommissarin in Diensten einer Sicherheitsfirma. Eigentlich eine gesetzestreue Bürgerin, kauft diese in einem Kaufhaus einer drogensüchtigen Prostituierten die vierjährige Courtney ab. Fortan dreht sich bei Tracy alles um die Vertuschung ihrer Tat und den Schutz des Kindes.

Was zuerst da sei, der Plot oder die Figuren, fragt Moderatorin Hilke Theessen. Die ehrliche Antwort: „Ich habe keine Ahnung, denn ich habe immer schon drei oder vier Bücher im Kopf“, so die britische Autorin.

Bücher sind bei Mechthild Borrmann, Gewinnerin des Deutschen Krimipreises 2012, immer auch eine Zeitreise. Ihr kürzlich erschienener Kriminalroman „Der Geiger“ entführt die Leser in eine tragische, drei Generationen umfassende Familiengeschichte. Für Beifall sorgte ihr Bekenntnis, sie sei ihren Figuren so nahe, dass sie sich mit ihnen in der Realität sogar unterhalte. Gespickt mit allerhand Jugendsprache ist Jutta Profijts vierter Band aus der „Kühlfach-Reihe“ um einen teetrinkenden, frauenverstehenden Rechtsmediziner und den ehemaligen – jetzt allerdings toten und in einer Zwischenebene festhängenden – Autoknacker Pascha.

Rob Alef provoziert bissig: „Kinder zu haben, ist wie Krieg.“ Zwischen Schule und Ehrgeiz werden in „Kleine Biester“ vier Kinder ermordet – alles Mitbewerber beim Kampf um die besten Plätze an der besten Schule. Alef schickt die Berliner Swat-Einsatztruppe in den Untergrund Berlins.

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