Modistin Maja Pohlan verkauft extraordinäre Hüte

Haute Couture für den Kopf

+
Modistin Maja Pohlan entwirft, produziert und verkauft ausgefallenen Kopfschmuck.

Bremen - Von Nina Seegers. Feine Blüten aus Wildseide, üppige Federgwewächse in markanten Farben oder mit Strasssteinen und Tüll besetzte Hüte – Maja Pohlan ist eine von wenigen Modisten in Deutschland und verkauft in ihrem Atelierladen in der Bremer Innenstadt besonders extravaganten Kopfschmuck.

Pohlan setzt die edlen Hutkreationen wie kleine Skulpturen in Szene.

„Ich stehe halt auf Schickimicki“, gesteht Maja Pohlan lachend. Sie sitzt am Schreibtisch im Schaufenster ihres Geschäfts und drapiert kleine violette Blüten auf einem Strohhut. Griffbereit stehen eine Nähmaschine, ein Hutdämpfer sowie Hutbürste und allerlei anderes Werkzeug. Einmal kommt eine Kundin in den Laden und fragt vorsichtig, ob sie sich mal umschauen dürfe. „Manche Leute haben Hemmungen, das Geschäft zu betreten, weil sie glauben, dass hier alles sehr hochpreisig ist“, weiß Pohlan. Tatsächlich sieht das Geschäft, das die gebürtige Bremerin erst kürzlich gemeinsam mit zwei anderen Modedesignerinnen im Kontorhaus am Markt eröffnet hat, sehr exklusiv aus und irgendwie so, als gehörte es eher nach Paris als nach Bremen. Durch die großen Schaufenster blickt man in einen hellen, puristisch und edel eingerichteten Raum. Indirekte Beleuchtung setzt die Hutkreationen, die wie Kunstwerke auf Podesten stehen, in Szene. Alle Produkte sind handgefertigt und sind daher Unikate. Trotzdem sind Pohlans Hüte durchaus erschwinglich. Je nach Aufwand und Auswahl der Materialien liegt die Preisspanne etwa zwischen 100 und 350 Euro.

Sich mit einem eigenen Label selbstständig zu machen, war schon lange ein Wunsch der Modistin. Vor zwei Jahren war es dann endlich soweit und sie gründete das Label „Maja Pohlan Headdresses“. Seitdem fertigt sie Kopfschmuck in allen möglichen Variationen nach Maß an. „Bislang ist es überraschend gut angelaufen. Und was ich nicht gedacht hätte: Vor allem die sehr extraordinären Hüte sind stark nachgefragt.“

Dabei hatte Pohlan ursprünglich Jura studiert und nach ihrem zweiten Staatsexamen kurz als Anwältin gearbeitet. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass ich etwas ganz anderes machen wollte.“ Und so fing sie noch einmal bei Null an ließ sich am Bremer Theater zur Modistin ausbilden – ein Handwerk, das heute nur noch sehr selten ausgeübt wird. Mehrere Jahre leitete sie dort die Hutmacherwerkstatt, bevor sie schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Und diesen hat sie bislang nicht bereut. „Ich mag es, zum einen mit meinen Händen zu arbeiten und zum anderen gestalterisch tätig zu sein.“

Zwischen fünf und 20 Stunden arbeitet sie im Schnitt an einem ihrer Schmuckstücke. Um grob die einzelnen Arbeitsschritte zu erklären, holt Pohlan aus einem Hinterraum Stoff und eine hölzerne Hutform: Zuerst wird das Material, in diesem Fall Haarfilz, gestärkt, dann an einer speziellen Maschine gedämpft, anschließend über die Hutform gezogen und dann getrocknet. „Es ist vor allem aber die Dekoration, die sehr aufwendig sein kann und den Hut letztlich so besonders macht“, erklärt die Modistin.

Für den Alltag sind Pohlans Haute-Couture- Kreationen freilich eher ungeeignet. Stattdessen sind sie besondere Schmuckstücke für besondere Anlässe oder eben ausgefallene Hüte für ausgefallene Typen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Bayern-Fest bei Heynckes' Europa-Comeback - 3:0 gegen Celtic

Werder auf dem Freimarkt

Werder auf dem Freimarkt

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

NRW: 700 Polizisten stürmen Hells-Angels-Wohnungen

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Meistgelesene Artikel

Träume werden wahr – Weserhäuser in der Überseestadt

Träume werden wahr – Weserhäuser in der Überseestadt

250 Kilo schwere Weltkriegsbombe in Hastedt entschärft

250 Kilo schwere Weltkriegsbombe in Hastedt entschärft

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

„Mein Kunst-Stück“ mit Anette Venzlaff: Ein Herz für Verlierer

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Länderzentrum für Niederdeutsch in Bremen gegründet

Kommentare