Handelskammer präsentiert Gutachten zu Zukunftschancen der Binnenschifffahrt im Containerverkehr

Mittelweserausbau birgt Perspektiven

Binnenschiffe transportieren derzeit vor allem Massengüter über die Weser.

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · Der Containerumschlag in den Bremischen Häfen ist eingebrochen. Und damit auch der Hinterlandverkehr. Es trifft vor allem die Binnenschiffe. Im Sommer dieses Jahres registrierten die Statistiker Einbußen von 18 Prozent.

Doch das ist eine Momentaufnahme. „Der Export wird der Motor der Wirtschaft bleiben“, sagt Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen. „Und damit werden auch die Bremischen Häfen auf einen gesunden Wachstumspfad zurückkehren.“

Das birgt Chancen für die Binnenschifffahrt. Und diese beleuchtet ein Gutachten, das die Gesellschaft Logistic-Network Consultants (LNC, Hannover) für die Handelskammer erarbeitet hat. LNC-Mann Michael Kuchenbecker präsentierte die Ergebnisse gestern Nachmittag im Haus Schütting. Ziel sei es, „Diskussionen anzustoßen“.

So viel scheint festzustehen: Mit dem Ausbau der Mittelweser zwischen Bremen und Minden bis zum Jahr 2012 wird sich die Binnenschiffsanbindung der Bremischen Häfen deutlich verbessern. Steigende Energiekosten, Kapazitätsengpässe auf Schiene und Straße sowie der Trend zur „grünen Logistik“ sind weitere Faktoren, die den Binnenschiffern in die Ruder tuckern. Doch auf deren „Pötten“ werden vor allem Massengüter transportiert – Sand, Kohle, Metall, Schrott und Steine. Im Containerverkehr spielen sie nur eine Nebenrolle. Das wird sich nicht ändern.

„Die Mengen werden überschaubar bleiben“, sagt Kuchenbecker. Trotzdem soll sich die Bedeutung des Containerverkehrs erhöhen. Durch größere Schiffe beispielsweise. Oder durch eine dreilagige Bestückung der Schiffe. Die höhere Tragfähigkeit bringt zusätzliche Kapazitäten bei nur wenig höheren Transportkosten. Doch es gibt Hindernisse: Auf der Mittelweser zwischen Bremen und Minden gibt es schließlich acht Schleusen und vor allem rund drei Dutzend Brücken. Die Anpassung der Durchfahrtshöhe für einen dreilagigen Containertransport per Binnenschiff ist somit für Kuchenbecker einer „der Schrauben, an denen man drehen kann“. Zudem empfiehlt der Gutachter, im Bremer Hafengebiet ein Containerterminal für den Umschlag auf das Binnenschiff zu installieren. Auch sollen Containerdepots in die Seehafen-Hinterlandstandorte verlagert werden. Und Binnenschiffe als „schwimmende Containerlager“ genutzt werden.

WWW.

handelskammer-bremen.de

LNC-Hannover.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Meistgelesene Artikel

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert

Spuck- und Beißattacken: Familienstreit in Bremen eskaliert
FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt

FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt

FFP2-Maskenpflicht in Bremen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt
Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten
„Aktionsplan“ soll den Bremer Hauptbahnhof sicherer machen

„Aktionsplan“ soll den Bremer Hauptbahnhof sicherer machen

„Aktionsplan“ soll den Bremer Hauptbahnhof sicherer machen

Kommentare