„Le Club – Africa unplugged“ feiert umjubelte Premiere im GOP-Varietétheater

Mitreißend und meisterhaft

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Nicht von dieser Welt: Jade Lee Petersen zeigte bei seiner Kontorsionsnummer Dinge, die allein beim Zuschauen wehtun – und doch unglaublich faszinieren. Ein Mensch ohne Knochen, Sehnen und Gelenke? Wenn es einen gibt, dann scheint er es zu sein.

Bremen - Von Steffen Koller. Auftakt nach Maß: „Le Club – Africa unplugged“ hat am Donnerstagabend eine umjubelte Premiere im Bremer GOP-Varietétheater gefeiert. Die Show von Star-Regisseur Markus Papst übertraf beim Publikum jegliche Erwartungen und sorgte in der Überseestadt für ein ausverkauftes Haus. Weit weg von gängigen Klischees, zeigt „Le Club“ die Vielfalt eines Kontinents, der – nimmt man die Darbietung zum Maßstab – vollkommen zu Unrecht unterschätzt wird.

Regisseur Markus Papst hatte wenige Stunden vor der mit Spannung erwarteten Premiere noch gesagt, man könne sich auf eine Show freuen, die Spaß macht. Weg von „theoretischen Gebilden“ habe man sich bei der Konzeption von „Le Club“ bewegen wollen, „schräge Nummern“ und eine „emotionale Reise“ würden das Publikum erwarten. Papst sollte Recht behalten. „Le Club – Africa unplugged“ bot all das, was versprochen wurde und hatte darüberhinaus noch eine Menge mehr zu bieten.

Gleich die erste Nummer an diesem Abend – oder sagen wir Geschichte – wird bis zur absoluten Ekstase vollzogen. Wilde Tänze reihen sich an Breakdanceeinlagen, ein „Moonwalk“ darf nicht fehlen. Dicker Bass wummert aus den Lautsprechern, das Licht flackert, buntgekleidete Menschen mit athletischen Körpern, langen, kurzen, krausen und dicken Haaren springen über die Bühne.

Farbenfroh und mit bildgewaltiger Erzählweise schaffen es die insgesamt zwölf Künstler, allesamt vom afrikanischen Kontinent stammend, gleich ein Ausrufezeichen zu setzen. „Le Club“ beschränkt sich dabei nicht auf traditionelle Aspekte Afrikas, sondern verbindet Moderne, Artistik, Hip-Hop und kreative Körperkunst.

„Körperkunst“ – dieser Begriff scheint kaum passender zu sein, als bei Jade Lee Petersen. Mit seiner Kontorsionsnummer lässt der gebürtige Südafrikaner nicht nur reihenweise Münder der Besucher offenstehen, er sorgt auch für Gänsehaut. Elegant, anmutig und mit einer großen Portion Demut scheint dieser Mann nicht von dieser Welt. Schlangenmenschen gibt es heute in fast jeder Show, doch was der erst 28-Jährige mit seinem Körper anstellt, sorgt nicht nur für kollektives Staunen. Es ist Teil einer Geschichte. Grandios erzählt, faszinierend dargeboten, brillant untermalt.

Es sind die kleinen Details, die „Le Club“ ausmachen. Live-Musik auf traditionellen Instrumenten, der gutturale Gesang der Künstler, humoristische Einlagen zwischen den Nummern. Hula-Hoop-Artistik, bei der man meinen könnte, Zauberei wäre am Werk, trifft grazile Balanceakte, Wannen-Dreher treffen auf Poledance.

Schon während der Proben habe man gemerkt, sagt Papst nach der Premiere, dass sich die Kommunikation im Team schwierig gestalten könne. So war es auch, doch eine Sprache sei immer international, schiebt der Regisseur hinterher: der Applaus. Das Publikum kennt diese Sprache – und honoriert eine tolle Show mit stehenden Ovationen. – „Le Club“ ist bis zum 10. September zu sehen, Tickets in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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