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Mit Tempo 10 durch die Bremer Martinistraße

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Von: Thomas Kuzaj

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Der Fußgänger-Übergang von der Pieperstraße in Richtung Schlachte gilt als zentrales Element einer Neugestaltung der Martinistraße.
Der Fußgänger-Übergang von der Pieperstraße in Richtung Schlachte gilt als zentrales Element einer Neugestaltung der Martinistraße. © Kuzaj

Wasserspiele, Wippen, Tempo 10... viele Ideen sind zusammengekommen für die Neugestaltung der Martinistraße in der Bremer Innenstadt. Die zentrale Achse hat eine trennende Wirkung. Sie soll aufgehoben werden. Aber nicht jede Idee kommt überall gleich gut an.

Bremen – Tempo 30, Tempo 20, Tempo 10. Das alles und noch viel mehr ist im Gespräch, wenn‘s um die Martinistraße in der Bremer Innenstadt geht. Sie soll von einer Durchgangsstraße zu einem Ort des Verweilens werden – und vor allem ihre trennende Wirkung als Schneise zwischen Obernstraße und Schlachte/Weser verlieren.

In einem digitalen Beteiligungsverfahren sind dafür Ideen gesammelt worden, die jetzt in einer Videokonferenz präsentiert wurden. Ab Mai steht – im Rahmen des „Aktionsprogramms Innenstadt“ – eine zunächst provisorische Umgestaltung der Straße für 1,3 Millionen Euro an. Eine Testphase bis Dezember soll das sein, in der Dinge ausprobiert werden. Und zwar „mutig“, so der grüne Verkehrsstaatsrat Ronny Meyer in der Videokonferenz.

Heute hat die 800 Meter lange Martinistraße vier Autospuren. Bislang waren zwei Spuren angedacht, inzwischen ist auch eine Einbahnstraße zwischen Brill und Tiefer denkbar. Verkehrsplaner Nils Weiland (Referatsleiter „Strategische Verkehrsplanung“) erklärte, der Verkehr werde dann in Richtung Brill geführt. Parkhäuser und Tiefgaragen blieben erreichbar. Obendrein wird darüber nachgedacht, die Martinistraße an „Aktionswochenenden“ komplett zu sperren.

Übergang Pieperstraße gilt als zentraler Punkt

In vielen Überlegungen gilt der Übergang Pieperstraße – Heimlichenstraße (etwa Höhe Teerhofbrücke) als zentrale Achse der Zukunft. Hier soll es gelingen, Fußgängerströme von der City elegant an die Weser zu führen – und von der Schlachte in die Stadt. Warum also nicht Tempo 10 vor einem solchen Übergang? Das würde, so die Idee, den Fußgängern mehr Sicherheit geben und zudem den Lärmpegel in der Straße senken. Schließlich werde ja auch mehr Aufenthaltsqualität angestrebt.

Dafür soll die Martinistraße zum „Erlebnisraum“ werden. 800 Menschen hatten sich auf der entsprechenden Internetseite eingeloggt, etliche gaben an vier dafür vorgesehenen Tagen Vorschläge ab. Die Agentur „Sternkultur“ (früher für die „Breminale“ zuständig) hatte das im Auftrag des Bau- und Verkehrsressorts organisiert.

Wasserspiele, Kaskaden und Fontänen

Was wünschen sich die Menschen? Kathrin Bahr von „Sternkultur“ fasste es zusammen. Beispiele: Schaukeln (auch für Erwachsene) und Hängematten, Spiel- und Sportplätze, Theaterbühnen und Kunstausstellungen. Dazu Sitzgelegenheiten, Fahrradstraßen, Wasserspiele, Kaskaden, Fontänen. Und: Wasserläufe von der Obernstraße bis zur Weser, mehr Grün in der Martinistraße.

Was davon Wirklichkeit wird, dürfte Ende Februar klarer werden, wenn ein erstes Konzept kommt – das dann vom Ressort geprüft wird. Eines ist klar: „Die Herausnahme von Verkehr ist Voraussetzung dafür, dass sich was entwickeln kann“, so Staatsrat Meyer.

„Unser Maßstab ist die Frage, was die Innenstadt selbst davon hat“, sagte Innenstadt-Experte Olaf Orb von der Handelskammer in der Videokonferenz. „Bremen ist das Oberzentrum der Nordwestregion. Die Innenstadt muss wachgeküsst werden, sie braucht positive Impulse. Wir brauchen mehr Anlässe, in die Innenstadt zu kommen.“ Und: „Wippen und Blumenkästen bringen uns auch kurzfristig nicht weiter.“ Nach Auffassung des Kammervertreters muss der Verkehr zudem weiter in beide Richtungen fließen.

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