Einkaufs-Aktion

Bremer Einzelhändler mit Sofa-Shopping-Premiere zufrieden

Stevie Schulze vom „Made-in-Bremen“-Team steht an dem Kaufleute-Stand in der Stadtwaage, an dem er beim Bremer Sofa-Shopping auch die „Gin-des-Lebens“-Box präsentiert.
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Stevie Schulze vom „Made-in-Bremen“-Team steht an dem Kaufleute-Stand in der Stadtwaage, an dem er beim Bremer Sofa-Shopping auch die „Gin-des-Lebens“-Box präsentiert.

Um dem Einzelhandel durch die Pandemie zu helfen, ist auch Phantasie gefragt. In Bremen feierte jetzt ein lokales Sofa-Shopping Premiere. Wir haben uns erkundigt, wie´s gelaufen ist.

Bremen – Rockig shoppen, gemütlich auf dem Sofa. Die Band „Jinx“ spielt beim Kaufhaus „Ekofair“ in der Innenstadt. Dazu werden Produkte gezeigt. Messing-Ohrringe, eine Gewürzbox, Becher in Naturfarbe: Online-Shopping mit bewegten Bildern. Zehn Geschäfte waren bei der Bremer Sofa-Shopping-Premiere dabei, organisiert von der Wirtschaftsförderung (WFB) und der City-Initiative. „Die Zahl von mehr als 380 Anmeldungen hat unsere Erwartungen übertroffen“, so Koordinatorin Henrike Bittner von der WFB.

„Ekofair“ steht für nachhaltigen, fairen und regionalen Handel und die Förderung der regionalen Kunst und Kultur. Im Chat herrscht Begeisterung. „Wie gerne wäre ich jetzt live im ,Ekofair‘“, schreibt eine Besucherin. Eine andere Person hat eine sachliche Frage: „Was kostet die Fotografie im Eingangsbereich?“ Drei Profi-Kameras plus Tontechnik erfassen die Szenerie. Andere Befragte filmen ihre Live-Auftritte mit Webcam, Rechnerkamera oder Handy auf Stativ und fangen auch so viel Atmosphäre ein.

„Made in Bremen“, bis Ende 2022 in der historischen Stadtwaage an der Langenstraße zu finden, zeigt sich phantasievoll: 600 Produkte von 60 Unternehmen aus Bremen und Umgebung stehen vorwiegend an kleinen Stationen im Geschäft, die (mit einer Ausnahme) fiktionale Figuren zeigen, um Aspekte der Bremer Geschichte zu beleuchten.

„Made in Bremen“: Geschichten zu regionalen Produkten

Mitinhaber Stevie Schulze zeigt mehrere Boxen mit Produkten. Die Box „Gin des Lebens“ steht an einer Station zu den Bremer Kaufleuten. Dort kommt Genever vor, der heute auch als Urvater des Gins bezeichnet wird. Ein Gemälde zeigt einen Kapitän Crusoe als Vater der Romanfigur Robinson Crusoe, der, so ein Text an der Station, einen Wacholderschnaps namens Genever als Medizin gegen Fieberanfälle in die Stadt brachte. Genever hatte keinen Erfolg bei den Bremern, wohl aber bei englischen Seefahrern. . .

Der Text orientiert sich an dem Roman „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe, so Schulze gegenüber unserer Zeitung. Beim Sofa-Shopping liest er daraus ein paar Zeilen, die den aus Bremen kommenden Vater der Romanfigur charakterisieren. In der Box befinden sich fünf kleine Flaschen Gin, drei aus Bremen, einer aus Bremerhaven und einer aus Nordenham: „Norgin“. Dieser ist „Gin des Jahres 2020“ bei den London Gin Awards geworden, so Schulze. Zwei weitere Gins seien international prämiert.

Ratskeller: Weinpräsentation mit blumigen Worten

Schon seit vergangenem Jahr bietet der Ratskeller digitale Weinvorstellungen an – mit Weinpaketen, die Interessenten sich zuvor nach Hause bestellt haben. Zum Mitprobieren. Beim Sofa-Shopping geht es mehr um die Beschreibung. Julia Burmester vom Ratskeller-Vertrieb und Moderator Jan Kampe stellen im Gewölbesaal drei Weine vor. Burmester zeigt etwa den „Blanc de Noir“ – ein Weißwein, der aus der roten Spätburgunder-Traube gekeltert wurde. Sie sagt, der Wein schmecke nach Johannisbeere und Rhabarber mit einem Hauch Schiefer. Es folgt ein Dornfelder Rosé. Burmester spricht von Erdbeere und Himbeere: „Es riecht wirklich nach Sommer.“

Der Fahrradbote kommt! Jens Heeren von „Cycologic“ auf einem Auslieferungs-Lastenrad.

Ein kleiner Büchertisch steht vor Alexandra Rempe, Geschäftsführerin der Buchhandlung Storm (Langenstraße), und ihrem Mitarbeiter Michael Bunjes. 15 Bücher in 15 Minuten, ein ambitionierter Plan. Es dauert schließlich ein paar Minuten länger. Der Schwerpunkt liegt auf Romanen. Los geht es durchaus prominent mit dem Krimi „Miss Merkel: Mord in der Uckermark“, dem neuen Buch des Bremer Schriftstellers David Safier – eine Anlehnung an „Miss Marple“, wie Rempe erklärt. Die Noch-Kanzlerin ist im Buch seit sechs Wochen Rentnerin und macht sich an die Aufklärung eines Mordes. Rempe freut sich am Folgetag darüber, dass zwei Zuschauer nach dem Sofa-Shopping in ihr Geschäft kommen. Wie auch andere Händler spricht sie von einigen Bestellungen. Es herrscht Zufriedenheit mit dem ersten Sofa-Shopping.

Ab Montag beginnt die Auslieferung. Im Umkreis von etwa zwölf Kilometern erfolgt diese für die ersten 150 Bestellungen gratis per Lastenrad, organisiert vom Bremer Unternehmen „Cycologic“.

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