Bremer Unternehmen entwickelt Sterilisator für FFP2-Masken

Mit heißem Dampf gegen Corona-Viren

Der „Dino Sterimask“: Marcel Lisser, Chef der Dino Maschinenbau, hat den schweren Domdeckel geöffnet. Der „Dino Sterimask“ sterilisert mit Wasserdampf 40 FFP2-Masken gleichzeitig, so dass Corona-Viren abgetötet werden.
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Der „Dino Sterimask“: Marcel Lisser, Chef der Dino Maschinenbau, hat den schweren Domdeckel geöffnet. Der „Dino Sterimask“ sterilisert mit Wasserdampf 40 FFP2-Masken gleichzeitig, so dass Corona-Viren abgetötet werden.

Ein Bremer Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, in dem Corona-Viren in FFP2-Masken mit Dampf abgetötet werden. Die Maske kann dann erneut benutzt werden.

Bremen – Ein Rauschen ist zu hören. Heißer Dampf tut seinen Dienst. Marcel Lisser (30), Gesellschafter und Geschäftsführer bei der Firma Dino Maschinenbau in Huchting, hat den „Dino Sterimask“ in Gang gesetzt. Das Gerät sterilisiert FFP2-Masken mit heißen Wasserdampf so, dass Corona-Viren abgetötet werden. „Es ist keine Waschmaschine“, stellt Lisser klar.

Es sei ein Maskensterilisator mit Dampf, entwickelt von der Firma Dino Maschinenbau für Einrichtungen, die viele FFP2-Masken verbrauchen. Eine Waschmaschine wäre auch ein ungewöhnliches Produkt für den Bremer Maschinenbauer mit zwölf Mitarbeitern. Vielmehr stellt das Unternehmen Dampfkessel und Strömungserhitzer zur Dampferzeugung her. Sie ermöglichen es unter anderem, in Kantinen zu kochen, wie Lisser erklärt. Auch sorgten sie dafür, dass Lüftungssysteme der Luft Flüssigkeit hinzufügen, sagt Lisser.

Das Unternehmen kennt sich mit Dampf aus

Dino setzt Dampf schon länger zum Sterilisieren ein. Das System „Dino Stericut“ diene der Sterilisation von Messern in Schlachthöfen. „Ein Mitarbeiter sagte, das müsste mit Masken auch gehen“, erzählt Lisser.

Das war der Anstoß für die Entwicklung des „Dino Sterimask“, die drei Monate gedauert habe. „Wir haben im ersten Lockdown die Arbeit angefangen und die Maschine fertiggestellt“, so Lisser. „Als die Maschine fertig war, haben wir sie stetig weiterentwickelt.“

Lisser zeigt den Maskensterilisator in den Räumen des Unternehmens LST in der Bremer Neustadt. Dessen alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer Matthias Tippelt ist auch Geschäftsführer und Gesellschafter bei Dino. Dort fehle der Platz, um das Gerät aufzustellen, so Lisser. „Meines Wissens nach sind wir die einzigen, die ein solches Produkt anbieten.“

Sterilisation dauert etwa fünf Minuten

Die von der Dekra abgenommene und CE-zertifizierte Maschine besteht aus zwei Teilen: unten ein Dampferzeuger, ein Standardprodukt der Firma Dino, das dort ständig für unterschiedlichste Einsatzbereiche gebaut wird. Oben eine Dampfkammer, in der ein Druck von gut drei Bar, entsprechend gut drei Erdatmosphären, auftritt und die Temperatur auf etwa 130 Grad Celsius und mehr ansteigt. Das zeigt eine Anzeige, während das Betriebsgeräusch in der Halle zu hören ist. Etwa fünf Minuten dauert die Sterilisation. Danach steigt draußen, hinter einem Fenster, der abgelassene Wasserdampf auf.

40 Masken passen in die massive Dampfkammer. Lisser sagt über den massiven Domdeckel, mit dem das Gerät verschlossen wird: „Der sieht simpel aus, ist aber schwer zu bekommen. Es war ferner nicht einfach, eine passende Dichtung zu finden.“ Vier große Verschlüsse sorgen für einen starken Anpressdruck des Domdeckels.

Der „Dino Sterimask“ braucht neben 2,6 Litern Wasser aus einem Schlauch Starkstrom mit 400 Volt. Die Leistungsaufnahme hängt davon, ob die Maschine schon warm ist. „Wenn ich den Dampferzeuger anmache und er auf Temperatur kommt, verbraucht er 18 Kilowatt, sonst weniger“, erzählt der Chef. Entsprechende Anschlüsse würden sich standardmäßig in Industrie- und Großbetrieben und unter anderem auch in Krankenhäusern finden. Über einen anderen Schlauch wird der heiße Dampf wieder abgelassen.

Bis zu 2000 Masken am Tag unter Dampf

Ein Prozess kostet etwa 5,50 Euro – alles inklusive, samt zwei Mitarbeitern beim Kunden, kalkuliert mit 15 Euro Stundenlohn und Verschleiß der Maschine. Abhängig vom Tempo der Mitarbeiter könne die Maschine etwa 2 000 Masken am Tag sterilisieren.

Ein Spezialunternehmen hat die Maschine mit Masken getestet, auf denen sich Corona-Viren befanden, so Lisser. Das Unternehmen empfiehlt, die Masken einmal zu sterilisieren. Dann können sie ein zweites Mal eingesetzt werden. Eine interessante Option, etwa für Krankenhäuser, die so Kosten sparen und Müll vermeiden können, sagt Lisser. Er sieht dort auch Einsatzmöglichkeiten jenseits der Corona-Pandemie. Eine vor dem Wegwerfen sterilisierte Maske könne seiner Meinung nach auch im Papier- statt im Sondermüll entsorgt werden.

Als mögliche Kunden sieht der 30-Jährige große Unternehmen, Institutionen und Behörden. „Sie können ihren Mitarbeitern dann die Möglichkeit geben, ihre Masken zu sterilisieren.“ Das habe auch einen Wohlfühlfaktor.

Anfragen aus den USA und China für den „Dino Sterimask“

Bislang haben vier Kunden den „Dino Sterimask“ gekauft, fünf weitere eine Maschine gemietet. Es gebe Anfragen aus dem Ausland und Inland (aus den USA und China in höheren Stückzahlen) und nun auch aus Bremen. Man kann „Dino“ ab 600 Euro im Monat mieten. Bei Betrieben, die 200 oder mehr Masken am Tag verbrauchen, würde sich das auf jeden Fall rechnen, betont Lisser. Der Kaufpreis einer solchen Maschine liege im Bereich eines Kleinwagens. Es sei abhängig davon, was vor Ort bereits an notwendiger Technik da ist.

Kontakt: Dino Maschinenbau, Leerkämpe 6d, 28259 Bremen, www.dino-bremen.de

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