1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bremen

Bremen: Mit dem E-Auto zur „Ladeeule“

Erstellt:

Von: Elisabeth Gnuschke

Kommentare

Am Rande der Innenstadt, direkt vor der Wilhelm-Kaisen-Brücke, ist ein neuer Ladepark für E-Autos mit sechs Plätzen entstanden – noch ist das ein Geheimtipp.
Am Rande der Innenstadt, direkt vor der Wilhelm-Kaisen-Brücke, ist ein neuer Ladepark für E-Autos mit sechs Plätzen entstanden – noch ist das ein Geheimtipp. © Gnuschke

Neun neue Ladeparks für E-Autos und Plug-In-Hybride sind in Bremen geplant, einer ist nun in Betrieb gegangen. Er liegt nur wenige Schritte von der City entfernt.

Bremen – Wer in der Innenstadt eine Ladesäule für sein Elektroauto und seinen Plug-In-Hybrid sucht, der muss mittlerweile schon Glück haben, dass er oder sie eine freie Säule ergattert. Seit kurzem gibt es Nachschub am Rande der Innenstadt. Am Franziuseck ist ein neuer Ladepark entstanden. Er verfügt über sechs Plätze zum Laden von Stromern.

Es handelt sich nach Angaben des Verkehrsressorts um ein Pilotvorhaben, das vom Bund gefördert wird. Verantwortlich für den Ladepark ist das Bremer Start-up „Eulektro“ mit den beiden Geschäftsführern Jan Runkel und Jan Kahrs. Der Ladepark befindet sich von der Neustadt aus gesehen direkt vor der Wilhelm-Kaisen-Brücke am Franziuseck. Sechs Autos können hier parallel geladen werden, sagte Runkel. „Dieses ist der erste Ladepark dieser Art, insgesamt sind neun derartige Ladeparks für Bremen im Verfahren“, sagte er. Dann wäre Platz für 53 Autos, hieß es.

Ladesäulen: Kein Bauantrag nötig

Bremen unterstütze Ladesäulenbetreiber durch „ein schlankes Genehmigungsverfahren“, betonte Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne). Ein Bauantrag für Ladesäulen sei nicht erforderlich. Und auch Sondernutzungsgebühren für die Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum fielen seit Jahresbeginn nicht mehr an.

Verkehrsressort: Bis zu 10 000 neue Ladepunkte in Bremen notwendig

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2030 in Deutschland 15 Millionen E-Autos auf den Straßen haben, so zumindest das Ziel. Das wäre dann ein Anteil von gut 30 Prozent. Auf Bremen heruntergebrochen, sollten dann rund 75 000 E-Wagen zugelassen sein. Die Behörde sieht daher einen Bedarf von 7 000 bis 10 000 öffentlich zugänglicher Ladepunkte. Aktuell sind allerdings bei der Bundesnetzagentur nur etwa 250 dieser Ladepunkte für die Stadt gemeldet, was erklärt, dass es derzeit durchaus eng wird an den Säulen. Die meisten Ladevorgänge erfolgen derzeit zu Hause oder im Betrieb, so die Statistiker. In Bremen waren zu Jahresbeginn nach Daten des Kraftfahrtbundesamts 2 581 reine Elektroautos und 3 346 Plug-In-Hybride zugelassen. Knapp 70 000 weitere Stromer bis 2030 ist also ein hehres Ziel. Zuletzt hatten E-Autos bei den Neuzulassungen einen Anteil von rund 20 Prozent – im Vergleich zu den Vorjahren ein starker Anstieg.

Besonders groß sei der Bedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten in dichtbebauten Quartieren, dort gebe es kaum private Parkplätze, so Schaefer. Und öffentliche Parkplätze werden, politisch gewollt, auch immer weniger. Zumindest bei den Ladestationen will Bremen ausbauen. Der Bund fördert das.

Neun Ladeparks mit 53 Ladepunkten geplant

Die sechs Ladepunkte am Franziuseck haben den Namen „Ladeeule“. Auch „Eulektro“-Geschäftsführer Jan Runkel geht von einem deutlich steigenden Bedarf nach Ladeinfrastruktur aus, so sei der Ladepark vor der Wilhelm-Kaisen-Brücke ein Auftakt zu mehr. Insgesamt sind den Angaben zufolge allein für „Eulektro“ Fördermittel in Höhe von 200 000 Euro im Bundesprogramm mit neun Ladeparks und 53 Ladepunkten in Bremen bewilligt. Der neue Ladepark am Franziuseck gehört laut Ressort bundesweit zu den ersten größeren Projekten, die im Rahmen des Förderprogramms fertiggestellt sind. Weitere Ladesäulenbetreiber haben mehr als 100 neue Ladepunkte für das Stadtgebiet Bremen ins Verfahren gebracht, hieß es weiter.

Die Verwendung moderner Technik reduziert laut Behörde den Platzbedarf gegenüber den früher genutzten Ladesäulen. Geladen wird mit bis zu 22 Kilowatt pro Ladepunkt. „Mit einer intelligenten Ladestromsteuerung wird sichergestellt, dass bei gleichzeitiger Nutzung aller Ladeplätze das Stromnetz nicht überlastet wird“, betonte Schaefer. Nutzen kann die „Eulen“-Ladeplätze jeder, der elektrisch fährt und eine der gängigen Ladekarten besitzt. Der Tarif liegt aktuell bei 39 Cent je Kilowattstunde.

Beim Selbstversuch erweisen sich die „Ladeeulen“ derzeit noch als Geheimtipp. Alle Ladeplätze sind an diesem Tag frei. Die Parkplätze könnten zwar ein wenig breiter sein, sie sind aber gut anzufahren und nebeneinander angeordnet. Das Anstöpseln funktioniert etwas anders als bei anderen Anbietern, der Ladestecker muss leicht gedreht werden. Chip vor die Säule halten oder QR-Code scannen – und schon beginnt das Laden. Drei Stunden dürfen Autos hier während der Ladens stehen. Mehr Infos unter „eulektro.de“.

Auch interessant

Kommentare