Versuchter Totschlag: Angeklagter räumt Angriff ein

Bremen: Radfahrer mit Cuttermesser verletzt

Räumte ein, einen Radfahrer mit einem Teppichmesser angriffen und verletzt zu haben: der Angeklagte (vorn). Im Hintergrund sein Verteidiger, Rechtsanwalt Carsten Scheuchzer.
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Räumte ein, einen Radfahrer mit einem Teppichmesser angriffen und verletzt zu haben: der Angeklagte (vorn). Im Hintergrund sein Verteidiger, Rechtsanwalt Carsten Scheuchzer.

Bremen – Es waren nur wenige Worte, doch sie könnten die Beweisaufnahme im Fall eines Mannes, der einen Radfahrer im Viertel mit einem Teppichmesser angegriffen haben soll und sich deshalb wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Bremen verantworten muss, entscheidend weiter bringen. Wie Carsten Scheuchzer, Anwalt des 33-jährigen Angeklagten am Freitag verlas, räumt der Mann den Angriff gegen sein Opfer ein. Zum Motiv schweigt der Mann bislang weiter.

Nach Angaben von Verteidiger Scheuchzer sei sein Mandant im August 2020 der Fahrer des Porsche Cayenne gewesen, auch sei es am Ziegenmarkt zur besagten Anhaltesituation gekommen. Kurz darauf, so die Erklärung des Angeklagten, sei der 33-jährige Kosovare mit einem Cuttermesser in der Hand ausgestiegen und ging auf den Radfahrer (39) los. Es sei „völlig klar“, dass der Angeklagte für die Verletzungen des Fahrradfahrers sowie eines Zeugen (36), der dem Opfer helfend zur Seite stehen wollte, verantwortlich sei. „Darüber müssen wir gar nicht diskutieren“, sagte Scheuchzer und ergänzte: „Er hatte dazu kein Recht.“

Prozess in Bremen: Zum Motiv schweigt der Porsche-Fahrer

Weder zum Motiv noch dazu, ob der 33-Jährige am Tattag unter dem Einfluss von Medikamenten, Drogen oder Alkohol stand, wollte sich der Verteidiger weiter äußern. „Zur inneren Seite des Tatgeschehens wollen wir heute zunächst nichts erklären.“ Ob es vor der Attacke mit dem Teppichmesser zu einer Situation kam, in der der Angeklagte den Radfahrer an den Fahrbahnrand drängte und dieser daraufhin stürzte, räumte der Mann nicht ein.

Sein Mandant wolle das Verfahren so schnell wie möglich beendet wissen, nehme deshalb auch Tabletten, die seinen Gesundheitszustand stabilisieren sollen. Während der ersten beiden Verhandlungstage wurde der 33-Jährige immer wieder von Zitteranfällen heimgesucht, stand augenscheinlich unter massiven Stress, weshalb der zweite Verhandlungstag kurzzeitig unterbrochen werden musste.

Zeuge: Auto war zu schnell

Das Gericht hält unterdessen am Zeugenprogramm fest und befragte auch am Freitag mehrere Personen, die das Geschehen mehr oder weniger beobachtet hatten. Ein Student (29) sah nach eigener Aussage von der Haltestelle Brunnenstraße aus, wie der Angeklagte auf Höhe Ziegenmarkt aus seinem Wagen stieg und auf den Radfahrer losging. Was danach passierte, könne er nicht sagen, allein deshalb, weil zwischen ihm und dem Kampfgeschehen etwa 150 Meter lagen. Eine weitere Zeugin (54) habe zwar gesehen, wie der Porsche mit „viel zu hoher“ Geschwindigkeit die Straße entlangfuhr, die eigentliche Attacke beobachtete sie jedoch auch nicht.

Wie lange der Angriff insgesamt dauerte, darüber gibt es bislang im Prozess vor dem Landgericht ganz unterschiedliche Angaben. Der Radfahrer sprach von mehreren Minuten, Zeugen von etwa 20 bis 30 Sekunden. Ein Notruf bei der Polizei, der darüber hätte Auskunft geben können, wurde mittlerweile gelöscht, hieß es.

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