„Sommermomente“ in Bremen

Der „Stadtmusikanten-Express“ kurvt Touristen durch Bremen

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Fahrer und Sprecher Götz-Ullrich Johl wartet vor dem „Stadtmusikanten-Express“ auf Touristen. Er mag das Fahrzeug. „Elektrisch zu fahren, macht süchtig“, sagt er.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Eine luftige und etwas ruckelnde Fahrt. Links Fenster, rechts der Einstieg, gesichert durch eine Metallkette. Der „Stadtmusikanten-Express“ ist schon ein Erlebnis. Mit Autos auf der Straße, dann über die Weserpromenade, das neue Gefährt ist für alle möglichen Strecken und Wege geeignet.

In der Serie „Sommermomente“ geht es heute an Bord für 50 Minuten Urlaubsfeeling und eine neue Erfahrung auf altvertrauten Wegen durch die Innenstadt.

„Willkommen in der Freien Hansestadt Bremen.“ Götz-Ullrich Johl, Fahrer und Sprecher, begrüßt seine Gäste mit wachrüttelndem Pathos. Die Zugmaschine mit der Form einer Lokomotive zieht zwei Wagen. Überall sind die Stadtmusikanten aufgemalt. Beide Wagen sind gut gefüllt. Besonders bei der Fahrt über Kopfsteinpflaster vibrieren die Wagen. Ein Erlebnis, das die Reisenden packt.

„Die Technik ist rein elektrisch. Das gilt auch für den Kompressor, den sie jetzt hören“, sagt Johl. Es herrscht schon ein gewisser Geräuschpegel auf den 48 verfügbaren Plätzen. „Immer wieder sehen wir die Weser. Es ist bisschen wie in Italien. Dort führen alle Wege nach Rom. Hier führen viele Wege an die Weser“, sagt Johl, als es nach einer Kurve auf den Fluss zugeht. 

Geschichte mit vielen Anekdoten

Die Fahrt führt vorbei an der Kirche St. Martini und Johl erinnert an Joachim Neander, den Komponisten des Chorals „Lobet den Herrn“. Dann fährt er nochmal durch die Innenstadt, vorbei an der Glocke und über den Altenwall auf die Weser zu und biegt links ab. „Auf ,ein Uhr‘ ist das Weserstadion. Wir fahren flussaufwärts“, sagt Johl. Er verweist auf die andere Weserseite mit der „Umgedrehten Kommode“: „Es handelt sich um einen denkmalgeschützten Wasserspeicher. Man nennt ihn wegen seiner vier Türme so. Er steht aber eigentlich richtigrum.“

Dann geht es durchs Viertel. „Achten Sie auf die Bremer Bürgerhäuser mit ihren feinen Verzierungen. Die glatten Bauten sind aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Da hatte man nicht so viele Mittel, um zu bauen“, sagt der Reiseleiter. Und empfiehlt, das Viertel mal zu besuchen. „Hier ist man einer unter anderen, egal wo man herkommt. Setzen Sie sich in eine Kneipe, hier redet man miteinander“, sagt Johl.

Wieder geht es über den Altenwall, jetzt aber Richtung Überseestadt. Links ist bald die Schlachte zu sehen. „Der Name kommt vom Einschlagen der Pfähle zum Wasserschutz.“ Damit habe man schon im 13. Jahrhundert begonnen. Bald ist die Stephanibrücke erreicht. „Nautisch gesehen ist das die letzte Brücke vor dem Meer. Man sagte unter Seefahrern, die letzte Brücke vor New York.“

Gäste sind begeistert

Über eine Rampe führt die Fahrt aufwärts von der Weserpromenade in die Überseestadt. Eine Familie vorn im Wagen juchzt etwas. „Mit drei G“, scherzt dort ein Mann. „Das ist die größte Baustelle Europas“, sagt Johl. Vorbei geht es am GOP-Theater und Wesertower und wieder die Rampe runter. „Hui“, ruft die Familie auf der vorderen Bank. 

Brigitte Malowanczyk aus Cuxhaven ist nach der Fahrt begeistert: „Das ist eine tolle Idee. Und der Fahrer hat die Sachen auch so gut erklärt.“ Ihre Tochter Nicole ist mit zwei Kindern aus Texas zu Besuch. „Ich würde die Fahrt nochmal machen“, sagt sie.

Der „Stadtmusikanten-Express“ fährt in der Regel mehrmals täglich zwischen 10.30 Uhr und 16.30 Uhr ab Tourist-Information Marktplatz/Langenstraße bis Ende Oktober sowie zum Weihnachtsmarkt. Eine weitere Tour führt täglich um 13.30 Uhr durch die Überseestadt. Preis: 8,90 Euro, Kinder: 5,90 Euro. Veranstalter ist Frenzel Reisen. Tickets und Infos gibt es unter

www.bremen-tourismus.de, unter 0421/30 800 10 und

in den Tourist-Informationen.

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