Rot-Kreuz-Krankenhaus setzt auf neues Operationsverfahren bei Fettleibigkeit

Mini-Bypass vermindert Risiko

Dr. Alexander Friedemann und Julia Voß aus Gröpelingen, die erste Patientin in Bremen mit einem Mini-Magenbypass. Die Operation war Mitte Juli, die Patientin hat bereits knapp 27 Kilo Gewicht verloren. Etwa 70 Kilo sollen noch weg. - Foto: Nikolai Wolff

Bremen - Am Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKK) in der Neustadt haben Experten für Bariatrische Chirurgie, der Chirurgie gegen Fettleibigkeit, vor wenigen Tagen ein neues Operationsverfahren eingeführt. Es handelt sich um den Mini-Magenbypass, sagt eine Klinik-Sprecherin.

Beim üblichen Magenbypass verkleinern die Chirurgen den Magen zum Pouch, damit weniger Nahrung aufgenommen werden kann. Den Pouch verbinden sie mit einer tieferliegenden Dünndarmschlinge, der Dünndarm muss hierfür durchtrennt werden. Der Magen wird so mit Hilfe der Dünndarmschlinge (Bypass) umgangen, der Zwölffingerdarm ist für die Verdauung ausgeschlossen. Durch die „Umleitung“ können sich Speisebrei und Verdauungssäfte erst spät im Dünndarm wieder vermengen. „So kann der Körper einen Teil der Kalorien nicht aufspalten und aufnehmen, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl – die Aufnahme von Fetten und Kohlehydraten wird vermindert“, sagt eine Klinik-Sprecherin.

Im Gegensatz dazu wird beim Mini-Bypass die Verbindung zwischen dem verkleinerten Magen und dem Dünndarm durch nur eine einzige Naht geschaffen. „Das vermindert Risiken und verkürzt die Operationszeit“, sagen Mediziner. Der Dünndarm müsse schließlich nicht durchtrennt werden, der Weg der Nahrung umgeht Teile des Magens, den Zwölffingerdarm und die ersten 200 bis 250 Zentimer des Dünndarms. Das Verfahren gilt als anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung in der bariatrischen Chirurgie. Das neue Verfahren hat den Angaben zufolge außerdem den Vorteil, dass auch für Patienten, die für den Standard-Bypass zu adipös sind (mit einem Body-Mass-Index jenseits der 60), jetzt ein Bypass-Verfahren zur Verfügung steht. 

„Auch Patienten, für die andere Operationstechniken wie die Bildung eines Schlauchmagens, aufgrund ihres Sodbrennens nicht in Frage kommen, profitieren von der Erweiterung unseres Operations-Portfolios“, sagt Dr. Alexander Friedemann, Oberarzt und Adipositas-Experte in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im RKK. Wie alle bariatrischen Operationsverfahren wird laut Klinik auch der Mini-Bypass in der modernen Schlüssellochtechnik durchgeführt. Die Patienten können deswegen schon wenige Tage nach der Operation das Krankenhaus wieder verlassen. „Da die Veränderungen auf den Verdauungsprozess, anders als der Name vermuten lässt, nicht „mini“, sondern sehr tiefgreifend sind, ist eine lebenslange unterstützende Einnahme von Spurenelementen und Vitaminen notwendig“, ergänzt Friedemann.

Das RKK habe mit dem Mini-Bypass einen weiteren Schritt getan, „um Menschen mit Fettleibigkeit in Bremen eine noch individuellere Therapie anbieten zu können“, sagt Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, ärztlicher Geschäftsführer am RKK. - je

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