Michael Patrick Kelly im Musicaltheater Bremen

Rockig, energiegeladen und gefühlvoll

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Michael Patrick Kelly begeisterte im Musicaltheater seine neuen und alten Fans.

Bremen - Von Viviane Reineking. Wie viel „Paddy“ von einst steckt noch in „Michael Patrick“ von heute? Und kann der Mädchenschwarm der Neunziger sein Publikum noch immer begeistern? Er kann, und wie, das bewies das frühere Mitglied der „Kelly Family“ am Sonnabendabend im Bremer Musicaltheater am Richtweg: rockig, energiegeladen und mit kleinen Gänsehaut-Momenten.

Noch bevor der einstige Teenieschwarm die Bühne betritt, sind die rund 1300 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Theater aus dem Häuschen. Es sind vor allem junge Frauen um Mitte 30, Fans, die mit ihrem Liebling der musikalischen Großfamilie erwachsen geworden sind. Auffällig aber ist auch: mit deutlich jüngeren und älteren Zuschauern hat der 37-Jährige scheinbar auch ein ganz neues Publikum gefunden.

Und das hält es schon beim ersten Song nichtmehr auf den Sitzen. In den folgenden zweieinhalb Stunden spielt Kelly – mittlerweile mit Kurzhaarfrisur, trendiger Lederjacke und Turnschuhen – die zehn neuen Songs seines aktuellen Albums „Human“ („Menschlich“). Zum Beispiel „Beautiful Soul“, das vom Verlust eines geliebten Menschen handelt.

Er erzählt von den verschiedenen Facetten der Menschlichkeit, von „Little Giants“, kleinen Helden des Alltags, bis zu „Renegade“, der dunklen Seite eines Rastlosen. Viel weniger hymnisch als früher, dafür richtig rockig bringt der Singer und Songwriter seine neuen Popsongs mit Folkeinschlag auf die Bühne. Schade nur, dass vor allem bei schnelleren Nummern die Musik etwas laut daherkommt, die Texte nur schwer zu verstehen sind.

Kelly singt über Liebe („Safe Hands“), dem Ablegen alter Ketten und dem Suchen und Finden neuer Wege („Shake away“) und das etwas pathetisch daherkommende „Flag“, zu dem er eine große Flagge mit Friedenstaube schwenkt.

In einem Wohnwagen in Irland geboren, spielte das drittjüngste Kind der Kelly Family mit seinen Geschwistern erst auf der Straße, später füllten sie ganze Fußballstadien. Doch der Erfolg machte den vielseitigen Künstler, der in Bremen zu Gitarre, E-Gitarre, Keyboard, Bongos und Mundharmonika greift, nicht glücklich. Er zog sich als „John Paul Mary“ für sechs Jahre in ein französisches Kloster zurück.

Michael Patrick Kelly im Musicaltheater

Heute bringt Michael Patrick die alten Songs von früher neu arrangiert auf die Bühne: „An Angel“, das Mitte der 90er den kommerziellen Durchbruch brachte, zum Beispiel, und das mit wunderbarer Stimme gesungene „Brother Brother“ über die Liebe zur Familie.

Mit dem ruhigen, melodiösen „Jokerman“ singt er den Song eines seiner Lieblingskünstler (Bob Dylan) teils vom Blatt ab. Das „Salve Regina“, das er während seiner Zeit im Kloster schrieb, trägt er mit geschlossenen Augen vor, bevor er das Publikum zu einer Friedensminute auffordert. Unglaublich: Tatsächlich ist beinahe eine Minute lang nur das Rauschen der Lüftungsanlage zu hören.

„Ein geiles Konzert“, freuen sich viele Besucher. „Großartig“, findet Jasmin (34 Jahre) aus Wildeshausen, früher leidenschaftliche Anhängerin der „Kellys“, den neuen „Paddy“. Der bedankt sich artig bei seiner „Jugendliebe Bremen“ und seinen alten und neuen Fans – nicht, ohne ihnen noch etwas Hoffnung („Hope“) mit auf den Weg zu geben.

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