Mitreißender Stimmgigant

Michael Bolton spielt einziges Deutschland-Konzert in Bremen

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Soul-Legende Michael Bolton (r.) lieferte mit seiner Band bei seinem einzigen Deutschland-Konzert im Bremer Musicaltheater eine perfekte und mitreißende Performance.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die Gäste können es kaum erwarten. Man hört und sieht an einigen Bewegungen, dass hinter der Bühne einiges los ist. Das Publikum klatscht. Freudenschreie. Doch die Soul-Legende lässt das Publikum im bis auf wenige Plätze gefüllten Musicaltheater Bremen noch etwas warten.

Etwas später wird es dunkel, die Scheinwerfer gehen an. Die Band beginnt zu spielen. Bolton wird angesagt und endlich ist er da. Großgewachsen, stattlich und stimmgewaltig, mit einer Gitarre in der Hand. Bei seiner Show mit dem Fokus auf das neue Album „Songs of Cinema“ am Sonnabend lieferte Bolton eine mitreißende Performance. Es ist sein einziger Deutschland-Auftritt.

Gleich zu Beginn greift Bolton auf sein neues Album mit eigenen Interpretationen von Filmsongs zurück. Mit „Stand by me“ und seiner temperamentgeladenen Reibeisenstimme schafft er es, dass der halbe Saal binnen Sekunden steht. Der Sänger ermuntert zum Mitsingen. „You will know a lot of the songs I am going to sing. Feel free to take over”, sagt Bolton. Das lässt sich das Publikum nicht zweimal sagen. Beim nächsten Song „To love somebody“ singen viele der Gäste den Refrain mit. Der 64-jährige Amerikaner dreht weiter auf.

„Dear Michael, welcome to Bremen“

Im Hintergrund erscheinen Bilder mit Küstenromantik und malerischen Sonnenuntergängen. „Sittin‘ on the dock of the bay“ erklingt. Bolton kündigt einen Song an, der in den USA ein großer Hit war, es international aber einige Schwierigkeiten hatte. Er hat die Gitarre inzwischen abgelegt. Weiterhin halt er sich beim Körpereinsatz zurück. Er begleitet „Said I love you but I lied“ mit langsamen, aber ausdrucksvollen Bewegungen seiner Hände. Während er den ersten Refrain singt, greift er den Mikrofonständer, hält ihn schräg und verschließt etwas verträumt seine Augen. Dann bewegt er sich langsam und nutzt ohne jede Hektik die volle Breite der Bühne. Ein rosa Luftballon fliegt auf die Bühne. Bolton liest vor, was darauf geschrieben steht: „Dear Michael, welcome to Bremen“.

Bolton kann auch hart und rauchig. Das zeigt er in einem rockig-bluesigen Set. Der Ray-Charles-Klassiker „I got a woman“ beginnt mit einem zackigen Schlagzeug. Das Publikum nimmt den Beat sofort auf und klatscht mit. Bolton wirkt im Geschehen cool und ruhig und lässt seine kraftvolle Stimme die Show machen. Bei „Sweet Home Chicago“ greift er zur E-Gitarre und spielt auch ein knackiges Solo, angezerrt und mit ordentlichem Einsatz der Blue-Note. Im Hintergrund erscheint ein Bild von Chicago: riesige, erleuchtete Wolkenkratzer.

Michael Bolton im Bremer Musicaltheater

Nach einem Instrumental-Stück geht der Spot an. Er ist auf eine Stelle im Publikum gerichtet. Im Scheinwerferlicht steht Bolton. Eine Menschentraube bildet sich. Einige Leute zücken ihre Handys. Bolton singt „When a man loves a woman“. Liebevoll zeigt sich auch jemand im Publikum, Bolton bekommt eine Tüte voll mit Blumen geschenkt. Bolton verabschiedet sich herzlich: „Thank you, Bremen. I love you so much“. Eine letzte Nummer gibt es noch: der Klassiker „Georgia on my mind“, von Bolton bereits auf dem 1989 erschienenen Album „Soul Provider“ interpretiert. Ein ruhiger Ausgang. Einige Besucher schalten ihre Handy-Lichter ein. Das Publikum klatscht nochmal begeistert.

Viele der Gäste sind weit gefahren, um Bolton zu sehen. Nur die Hälfte der Besucher sei aus Bremen, sagt der Veranstalter Jan Trautmann vor dem Konzert. Sogar aus dem Ausland seien Leute angereist. Trautmann zeigt sich fasziniert von der jugendlichen Erscheinung des Künstlers. Vielen im Publikum geht es ähnlich.

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