Die scharfe Metropolregion

Der Nordwesten konzentriert sich ab sofort auf Schlüssel-Branchen

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Handelskammer-Präses Harald Emigholz (l.), Vize-Chef der Metropolregion, und Landrat Jörg Bensberg (Landkreises Ammerland), Vorsitzender der Metropolregion.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Metropolregion Nordwest will sich ein „schärferes Profil“ verpassen, hieß es am Donnerstag im Bremer Rathaus. Es gelte, sich auf „Schlüsselthemen“ zu konzentrieren und diese stärker herauszuarbeiten.

Als Schwerpunkte der neuen Strategie – mit dem Motto „Nordwesten. Weiterdenken“ – nannte Landrat Jörg Bensberg (parteilos, Landkreis Ammerland), der Vorsitzende des Netzwerks, die Branchen Bioökonomie, Automotive, Energiewirtschaft, Gesundheitswirtschaft, Luft- und Raumfahrt sowie maritime Wirtschaft und Logistik. Hinter der klangvoll wirkenden Bezeichnung „Bioökonomie“ verbergen sich Ernährungs- und Landwirtschaft.

Diese Branchen sollen in den nächsten vier Jahren die Arbeit der Metropolregion prägen, hieß es im Rathaus – vorausgesetzt, die Metropolversammlung am 30. November in Cloppenburg beschließt entsprechend. Aber das wird sie ohne Zweifel tun.

„Weg von den Kleinigkeiten, mehr große Projekte fördern“ – unter diesem stehen auch die bereits gefassten Beschlüsse zur Fördermittelvergabe. Knapp 350.000 Euro werden in Projekte fließen, die im Zusammenhang mit Digitalisierung sowie Wissens- und Technologietransfer stehen. 37.200 Euro davon gehen zum Beispiel an die (insgesamt 55.000 Euro teure) Neugestaltung der Internetplattform „Metropolplaner“, auf der Flächennutzungspläne und Raumordnungsprogramme dargestellt werden. So können „Gewerbetreibende, Planungsbüros und Interessierte zukünftig die Flächenverfügbarkeiten – wie beispielsweise Gewerbegebiete, Naturschutzgebiete oder Windvorranggebiete – im Gesamtraum der Metropolregion Nordwest abrufen.

„Deutschlandweit eine Vorreiterrolle“

„Deutschlandweit werden wir mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle einnehmen, denn normalerweise stellen Landkreise und auch kreisfreie Städte ihre Daten in unterschiedlichen Formaten dar, so dass eine regionale kreis- aber auch ländergrenzenübergreifende einheitliche Darstellung nicht gewährleistet ist“, so Bensberg. Macht man sich da nicht gegenseitig Konkurrenz bei den Gewerbegebieten? Nein, sagt Bensberg. Es gelte erst einmal, Interesse für die Region insgesamt zu wecken – beziehungsweise Interessenten in der Region zu halten.

Das ist auch im Sinne von Bremen und Achim. Die Nachbarn sprechen lange schon über die Entwicklung eines gemeinsamen Gewerbegebiets am Bremer Kreuz. Ein „Impulsgeber über Grenzen hinweg“, so Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Zu einer Machbarkeitsstudie, die 105.000 Euro kosten soll, gibt die Metropolregion nun 73.000 Euro Fördergeld hinzu. „Weil wir das anschieben wollen“, wie Bürgermeister Sieling sagt. Das grenzübergreifende Gewerbegebiet soll nun gutachterlich evaluiert werden – wobei es auch darum geht, „Konflikt- und Problempotenziale, die sich zum Beispiel aus der Überschneidung von länderspezifischen Gesetzeslagen ergeben“, zu erkennen.

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