Erster „Spatenstich“ für bessere Hochwassersicherung des Weserstadions

950 Meter lange Schutzlinie

Die erste Spundwandbohle wird in den Boden gerammt – mit einer sogenannten Vibrationsramme. Weserstadion-GmbH-Geschäftsführer Heinz-Günther Zobel (l.) und Wirtschaftssenator Martin Günthner starteten das Hochwasserprojekt per Knopfdruck. - Fotos: Sussek

Bremen - Von Ralf Sussek. Der Fußballmannschaft von Werder Bremen hat in sportlicher Hinsicht das Wasser in der vergangenen Saison schon bis zum Hals gestanden; beim Weserstadion soll das in Zukunft anders sein. Vor zweieinhalb Jahren wäre das Stadion beinahe überflutet worden, eine Spielabsage war lange möglich. Gestern begannen die Arbeiten für einen besseren Hochwasserschutz.

Nur mit „massiver Unterstützung“ von Planern, Gutachtern und den anderen Beteiligten sei das Projekt möglich geworden, sagte gestern vor dem ersten „Spatenstich“ Heinz-Günter Zobel, Geschäftsführer der Bremer Weserstadion GmbH. Also auch Umweltressort und Ortsamt, Tennisvereine – vier Plätze von Rot-Weiß wurden verlegt – und Deichverband. Der Dank Zobels galt auch Werder Bremen – allerdings für den Verbleib in der ersten Liga. Lacher und Applaus der Zuhörer – darunter Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald und der neue Geschäftsführer Sport, Frank Baumann.

Hier, direkt am Osterdeich (rechts), gibt es ein 17 Meter breites Tor in der Spundwand.

Nach drei verworfenen Varianten – eine davon mit mehr als 2 000 mobilen Dammbalken – werden nun zunächst auf einer Länge von 162 Metern hinter der Westtribüne Spundwände gebaut. Die erste Bohle dafür wurde gestern mit einer sogenannten Vibrationsramme in den Boden gebracht. Das ist viel leiser als mit einer Schlagramme und möglich wegen des sandigen Undergrunds. In dieser Spundwand werden drei Tore sein, das erste, 17 Meter breit, direkt am Osterdeich, wo die Spundwand enden wird. Das andere Ende wird an den Deich hinter dem Stadionbad („Sommerdeich“) angeschlossen. So wird die Deichlinie einheitlich um einen Meter auf 6,50 Meter erhöht. Geplante Fertigstellung: Dezember dieses Jahres. Im nächsten Jahr wird das Ganze mit einer schönen Promenade „verkleidet“ – Kosten: 2,462 Millionen Euro, zahlt die Stadt Bremen – und der Osten auf 423 Metern mit Spundwänden versehen. Inklusive Sommerdeich entsteht so eine 950 Meter lange Schutzlinie um Stadion und Stadionbad. Auch der Grundwasserschutz soll verbessert werden – durch die Anlage von 27 sogenannten Schwerkraftbrunnen. Die Gesamtkosten (ohne Promenade) in Höhe von 4,938 Millionen Euro trägt die Weserstadion GmbH.

Auch Frank Baumann erinnerte sich gestern im Gespräch mit dieser Zeitung an 2013, den drohenden Spielausfall wegen eines überfluteten Spielfelds, das vorsorgliche Leerräumen der Spielerkabinen, den möglichen finanziellen Schaden von mehreren Millionen Euro wegen des mehrmonatigen Umzugs in ein anderes Stadion. Sorgen ums Weserstadion muss er sich nach Fertigstellung der Schutzwand nicht mehr machen. Wenn’s bei der sportlichen Lage der Mannschaft nur genauso wäre ...

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