Eigenproduktion im Blockland läuft wieder auf Hochtouren / Saisoneröffnung im Hofcafé

30 Meter von der Kuh zum Eis

Harje Kaemena fährt am Sonntag Zusatzschichten bei der Bio-Eis-Produktion.

Bremen - Von Ilka LangkowskiBREMEN · „30 Meter liegen zwischen Kuh und verarbeiteter Milch – frischer geht’s nicht“, sagt Harje Kaemena. In seinem Bio-Eis ist echte Milch und die Fruchtsorten werden aus selbst verarbeiteten Rohstoffen hergestellt.

„Ich weiß, was in unserem Eis drin ist. Und da fühle ich mich gut bei“, sagt Harje Kaemena. Sein Eis ist mit Bio-Siegel zertifiziert, und alle Rohstoffe kommen aus ökologischem Anbau. Ohne Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe gelangt seit vergangener Woche täglich frisches Eis in die Tresen des 200 Quadratmeter großen Hofcafés, sagt Kaemena.

„Quark-Sesam“, „Mohn“ oder „Buttermilch-Rum“ sind ein paar besondere Spezialitäten, neben den Eis-Klassikern und erfrischenden Fruchtsorten. Für das Milchspeiseeis bildet die hofeigene Milch die Basis. Kaemenas Kühe bekommen Bio-Futter, haben auch im Winter Auslauf und werden – wenn möglich – homöopathisch behandelt. „Seit der Bio-Umstellung haben wir eindeutig erheblich weniger Tierarztaufwendungen“, freut sich der Landwirt und Unternehmer. Die Tiere bekommen keine prophylaktischen Medikamente oder Hormone, stattdessen Sonne und frische Luft.

Die Milch von „glücklichen“ Kühen wird in zwei 60-Liter-Pasteurisations-Geräten erhitzt und kommt anschließend mit den entsprechenden Zutaten in die Eismaschine. Mit 4,2 ProzentFett ist die Hof-Milch fetter als die aus dem Supermarkt mit maximal 3,3 Prozent. Auf die Verarbeitung wirke sich das aber nicht aus, erklärt Kaemena. Wichtig sei, dass die Eiscreme in der Maschine während des Gefrierens in Bewegung bleibt. So würde Luft in die Masse eingebunden, und es könnten sich keine großen Eiskristalle bilden. Beim Fruchteis müsse, je nach Süße der Frucht, die richtige Zuckermenge zugefügt werden. Ähnlich wie das Salz auf die Straße verhindere der Zucker im Eis das Gefrieren. Mit Hilfe eines Refraktometers misst Kaemena den Zuckergehalt.

In der Saison – vom 21. März bis 31. Oktober – hat der Bio-Eis-Hersteller eine Halbtagshilfe in der Produktion. Weitere 16 Kräfte auf 400-Euro-Basis sind für die Ausgabe im Einsatz. „Allein an Sonntagen brauchen wir acht bis zehn Leute in zwei Schichten“, sagt Kaemena, „und dass, obwohl wir ein reines Selbstbedienungscafé sind.“

So tummeln sich an einem Sonntag auf dem Hof schon mal bis zu 600 Menschen gleichzeitig, rund 2 000 sind es über den Tag verteilt. Die Gäste seien Qualitätskontrolleure, sagt der Chef, denn natürlich dürften sie sich in den Ställen umsehen. Kaemanas machen bei der Bio-Zertifizierung von Milch und Eis nicht halt. „Bio ist ein Gesamtkonzept“, sagt der Landwirt, der den Hof in achter Generation führt.

WWW.

kaemena-blockland.de

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