Bremer Landgericht setzt Mordprozess gegen 24-Jährigen fort

Messerstiche in den Rücken

Keine Aussage: Der 24 Jahre alte Angeklagte (r.) schweigt bislang zu den Vorwürfen.
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Keine Aussage: Der 24 Jahre alte Angeklagte (r.) schweigt bislang zu den Vorwürfen.

Bremen – Nur mit Beruhigungsmitteln und mit intensiver Beobachtung des Angeklagten konnte am Mittwoch das Verfahren vor dem Bremer Landgericht gegen einen 24-jährigen, dem der Mord an seiner Ehefrau zur Last gelegt wird, fortgesetzt werden.

Wie bereits an den vergangenen Verhandlungstagen machte der mutmaßliche Täter einen apathischen Eindruck. Der Prozess musste auch am Mittwoch mehrfach unterbrochen werden.

Dennoch gelang es der Kammer, die Vernehmung einer Polizeibeamtin (38) fortzusetzen, die bereits vor zwei Wochen ihre Aussage vor Gericht begonnen hatte. Die Frau berichtete abermals vom Tattag und der anschließenden Festnahme des Mannes im Haus seiner Eltern, in das er nach der Tat geflüchtet sein soll. Ihren Erinnerungen nach soll der Angeklagte damals – am 27. Oktober 2020 – gesagt haben, er habe seiner Frau während eines Streits ein Messer aus der Hand genommen und „in einer Bewegung“ auf ihren Nacken eingestochen. Dabei fiel das gemeinsame Kind, das der Mann zu dieser Zeit auf dem Arm gehabt haben soll, zu Boden, verletzte sich jedoch nicht.

Vor dem mutmaßlichen Angriff habe es Streit um die von der Frau geforderte Trennung des Paares gegeben. Der Angeklagte soll der 25-Jährigen gedroht haben, er werde sich umbringen. Daraufhin habe die Frau ihm ein Messer gereicht und sinngemäß geäußert, er solle es doch tun.

Dann habe er zugestochen – einmal in den Nacken seiner Frau, so der Angeklagte damals im Haus der Eltern, berichtete die Polizeibeamtin. Hier unterscheidet sich seine Aussage fundamental von der Anklageschrift: Die Staatsanwaltschaft spricht von 14 Stichen in Rücken, Nacken und Hals der Frau. Da das spätere Opfer seinem Ehemann bereits den Rücken zugedreht habe, spricht die Anklage von „einem heimtückischen Vorgehen des Täters“. Welche Verletzungen die Frau, die schließlich starb, genau erlitten hat, dazu wird demnächst ein Rechtsmediziner aussagen.

Noch vor einer der zahlreichen Unterbrechungen am Mittwoch sagte der Mann wiederholt in Richtung der Zeugin: „Ich schwöre: Ich wollte das nicht!“ Dabei hielt er ein Foto seiner Ehefrau in der Hand.

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