1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bremen

„Der Spirit ist entscheidend und Bremen hat ihn“

Erstellt:

Von: Steffen Koller

Kommentare

Vier Männer posieren für ein Gruppenfoto.
Quartett beim © Moderator Dr. Marc Beise (Süddeutsche Zeitung, v.l.), Mercedes-Chef Ola Källenius, Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte und Cornelius Neumann-Redlin (Unternehmensverbände). Foto

Seit 2019 ist der Schwede Ola Källenius Mercedes-Chef. Am Donnerstag war er zu Gast beim Bremer Unternehmerforum im Park Hotel. Und lobte den Bremer Spirit.

Bremen – Es geht um Lieferketten, Treibhausgase, Produktionskosten und nicht zuletzt um Arbeitsplätze. Kurz gesagt: um die Mobilität von morgen. Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen und welche Folgen wird das Mensch und Umwelt haben? Viele Fragen, noch mehr Visionen, die am Donnerstag beim 34. Unternehmerforum im Park Hotel im Mittelpunkt standen.

Zu Gast war, neben mehreren hundert Besuchern aus Wirtschaft und Industrie, Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG aus Stuttgart.

In seinem Vortrag mit der Überschrift „Nachhaltig und digital – die Zukunft der Automobilindustrie“ ging der Schwede nicht nur auf die aktuellen Herausforderungen, wie die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, Probleme bei Lieferketten und dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ein, er zeichnete auch Wege auf, wie die – in erster Linie – Elektromobilität der nächsten Jahrzehnte aussehen könnte. Kurz zuvor hatte Lutz Oelsner, Präsident der Unternehmerverbände und Gastgeber des Forums, den Mercedes-Chef noch als „herausragenden Repräsentanten der deutschen Wirtschaft“ angekündigt. Und auch Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) pries den Redner vollmundig an und fragte eher rhetorisch in die Runde: „Wen könnte es Berufeneres geben?“

Mercedes-Ziel: Bis 2039 klimaneutral

Källenius, 52 Jahre alt und bereits seit 1993 bei der damaligen Daimler-Benz AG beschäftigt, löste im Mai 2019 Dieter Zetsche als Vorstandsvorsitzenden ab. Und gleich zu Beginn seiner Arbeit rief er große Ziele für das Unternehmen aus: Bis 2030 wolle Mercedes den CO2-Fußabdruck seiner Autos halbieren, bis 2039 solle jedes Fahrzeug gänzlich klimaneutral unterwegs sein. Große Ziele, die laut Källenius nur durch die Verzahnung mehrere Faktoren zu erreichen seien. So müsste die wöchentliche Errichtung von Ladesäulen von 300 auf 2 000 fast um das Siebenfache steigen. Denn anders, als man vielleicht annehmen könnte, werde sich die jährlich produzierte Zahl an Fahrzeugen aller Marken auf rund 93 Millionen erhöhen. Anfang der 70er Jahre lag die Zahl noch bei 24 Millionen.

Immer mehr Kunden seien heute bereit, auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzusatteln, der Wille sei also da, machte Källenius klar. Und auch der Kapitalmarkt würde vermehrt in Firmen investieren, die „grün“ wirtschaften. „Der Kapitalmarkt honoriert den Wandel. Und der Kapitalmarkt hat entschieden. Alle, ohne Ausnahme, gehen diesen Weg.“

„Kapitalmarkt honoriert den Wandel“

Jetzt komme es auf das Netzwerk an. Auch in Bremen gehe nichts ohne die Netzwerke, Zulieferer, ohne Wissenschaft und Forschung. Mehr als 12 000 Angestellte beschäftigt das Mercedes-Benz-Werk in Sebaldsbrück. Hinzu kommen 40 Zulieferfirmen mit etwa 4 000 Mitarbeitern. Nicht zu vergessen die unzähligen Betriebe, die im Hintergrund zu Künstlicher Intelligenz, den Themen autonomes Fahren und umweltfreundlicher Produktion forschen. Alles zusammen – und vor allem der Geist, etwas verändern zu wollen – würden letztlich zum Erfolg führen. „Der Spirit ist entscheidend – und den hat Bremen“, sagte der 52-Jährige.

Auch interessant

Kommentare