2,2 Millionen Euro vom Verkehrsministerium

Roboter soll Schiffscontainer entleeren

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Eine monotone und körperlich belastende Tätigkeit – die Entleerung von Containern. Jetzt wird ein Roboter entwickelt, der dem Menschen in Zukunft dabei helfen soll. 

Bremen - Ein neuer Roboter soll Hafenarbeitern in Zukunft dabei helfen, Schiffscontainer zu entleeren. Das Institut für Produktion und Logistik an der Bremer Universität (BIBA) entwickelt jetzt einen Prototypen, der 2019 erstmals zum Einsatz kommen soll. Zu den Entwicklungspartnern gehört die BLG Handelslogistik.

„Riesige Container zu entleeren, ist nach wie vor eine schwere Arbeit und geschieht auch heute noch überwiegend manuell“, sagt eine BIBA-Sprecherin. Eben hier soll der „Kollege Roboter“ ins Spiel kommen.

Das Bundesverkehrsministerium fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit 2,2 Millionen Euro – und zwar im Rahmen eines Programms für innovative Hafentechnologien. Der Gesamtumfang beträgt 3,16 Millionen Euro. Beteiligt ist auch der TÜV Rheinland. Name des Projekts: „Interaktives Robotiksystem zur Entleerung von Seecontainern“. Natürlich gibt es auch ein griffiges Kürzel: Iris.

Eine Sprecherin von BLG Logistics: „40-Fuß-Standardcontainer sind die häufigsten Seecontainer weltweit. Mit ihren Innenmaßen von rund zwölf Metern mal 2,3 Metern mal 2,4 Metern haben sie ein Ladevolumen von gut 65 Kubikmetern und eine Nutzlast von zirka 26 Tonnen.“

Hochtechnisierte Transportketten

Ein wesentlicher Teil der im- und exportierten Container wird in Seehäfen entleert und beladen. In den inzwischen hochtechnisierten Transportketten ist das Entleeren von Containern einer der letzten nicht automatisierten Prozesse, denn „hier fehlt es noch immer an schlanken, einfach zu handhabenden, zuverlässigen und kostengünstigen technischen Lösungen“, heißt es beim BIBA.

Wegen hoher Investitionskosten und Inbetriebnahmezeiten sowie der aufwendigen Anpassungen der Infrastruktur nutzten nur wenige Hafenbetreiber die bisher vorhandenen automatischen und halbautomatischen Robotersysteme. „Diese sind zudem häufig stationär und relativ groß, was auch die Flexibilität erheblich eingeschränkt“, so die Sprecherin.

Also ist der Mensch selbst im Einsatz. Entladen Arbeiter einen 40-Fuß-Standardcontainer, bewegen sie bis zu 1 800 Kartons mit einem Einzelgewicht von bis zu 35 Kilogramm – im Zeitalter der automatisierten Prozesse und der zunehmenden Digitalisierung ist so etwas fast schon eine Ausnahme.

Mensch-Roboter-Interaktionsschnittstellen

Das Roboter-Projekt Iris „dient der Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie der Effizienz von Umschlagprozessen an Seehäfen“, so die BIBA-Sprecherin. Der mobile Roboter soll, so das Ziel, ohne große Anpassungen in der Infrastruktur einsetzbar sein. Um die Zusammenarbeit mit der Maschine möglichst einfach zu gestalten, entwickeln die Projektpartner sogenannte Mensch-Roboter-Interaktionsschnittstellen. „So lässt sich der Roboter überwachen, und bei Störungen können die Mitarbeiter schnell und mit wenig Aufwand und vor allem ohne Programmierkenntnisse eingreifen – losgelöst vom Arbeitsort des Roboters auch von einem Leitstand aus. Das Risiko kostenintensiver Systemstillstände wird damit minimiert“, sagt Dr.-Ing. Hendrik Thamer, Leiter des Projektes am BIBA.

„Die Planung, die Konstruktion, die Fertigung der Komponenten und die Inbetriebnahme des Roboters werden durch die Abbildung in einem digitalen Zwilling begleitet. So können zum Beispiel die Komponenten bereits im Vorfeld simuliert und virtuell getestet werden“, erklärt Dipl.-Ing. Marco Schrader, Automatisierungs- und Robotikspezialist beim Bremer Unternehmen Schulz-Systemtechnik. Schulz ist für Entwicklung und Betrieb des digitalen Zwillings verantwortlich. Wolf Lampe, bei BLG Logistics für neue Technologien zuständig, ist optimistisch: „Der im Projekt entstehende Prototyp wird schon 2019 zeigen, wie eine verlässliche Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in der Versorgungskette aussehen kann.“ - kuz

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