„Übersee-Törn“ zieht 30.000 Besucher an

Das Mekka des Tees liegt in Schuppen 6

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Christine Glenewinkel zeigt auf dem „Tee-Törn“ im Rahmen des „Übersee-Törns“ das Teelager in Schuppen 6. Auf dem Zettel sind die Flaggen teeliefernder Länder zu sehen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Der Treffpunkt ist still. Er liegt einige hundert Meter entfernt vom lebhaften Getümmel des neunten „Übersee-Törns“ am Europahafen in der Überseestadt, der am Wochenende gut besucht war. Ein Stück den Hafen auf der linken Seite hinunter bis zum Tor des Betriebsgeländes der Logistikfirma Berthold Vollers – und der Startpunkt des „Tee-Törns“ ist erreicht. Hier warten 30 teeinteressierte Gäste.

Der Fußmarsch geht noch weiter. „Törnleiterin“ Christine Glenewinkel führt die Besucher mehrere hundert Meter weit über das Gelände zum Schuppen 6. Auf einer Fläche von 19.000 Quadratmetern, entsprechend drei Fußballfeldern, geht es zu 70 Prozent um Tee – und zu 30 Prozent noch um Baumwolle.

Deutschland verbraucht jährlich 20.000 Tonnen Tee

Der Geruch im Inneren lässt das Herz von Teefreunden höherschlagen. Hier sind alle Teesorten vereint. Riesige Hochregale und überall Säcke mit Tee. „Wir haben in Deutschland einen Jahresverbrauch von 20.000 Tonnen Tee. Davon gehen 5000 Tonnen über diesen Standort“, sagt Glenewinkel. „Der Tee wird aus Hamburg und Bremerhaven angeliefert. Dann werden hier erstmal Proben entnommen, um zu prüfen, ob der Tee während des Transports Schaden genommen hat.“ Dafür würden diese an die Teehersteller geschickt.

In dem Schuppen wird der Tee aber auch gereinigt, gemischt und aromatisiert. Glenewinkel zeigt einen Mischraum mit Maschinen – allerdings für kleinere Mengen. Ein Transportband führt hinauf zu einer Mischtrommel. Für die Aromatisierung von Tee mittels Flüssigkeiten gebe es gar keine speziellen Maschinen. Dafür steht eine Beizmaschine aus der Landwirtschaft bereit.

Überdosiert können leckere Aromen den Körper zerstören

Zupackend ist auch der Geruch in dem Lager für die Aromazusätze. Hier stehen alle erdenklichen Aromen in hochkonzentrierter Form parat: Mandarine, Pistazie, Pfefferminzöl und vieles mehr. „Es handelt sich um Gefahrengut. Wenn Sie so einen Kanister austrinken, verätzt es Ihre Innereien“, sagt Glenewinkel. Nur in der starken Verdünnung seien die Aromen lecker. Die Arbeit mit den Konzentraten ist also Profiarbeit.

Auch beim „Törn“ von Hafenarbeiter Fiete Hansen (gespielt von Markus Weise) geht es um Arbeit. In diesem Jahr beinhaltet seine Tour durch den Hafen viel zum Mitmachen für Kinder. „Die müssen mitarbeiten“, sagt Fiete. „Als erstes tauen die ein Modellschiff fest. Die müssen einen Kran bedienen und mit ihrem Gewicht einen Kaffeesack wiegen.“ Für einen 70-Kilo-Sack brauche man so zwei bis drei Kinder. Fiete fragt das Gelernte auch ab. Danach gibt er den Kindern ein „Hafenarbeiterpatent“.

Deutschrock-Premiere wird gut angenommen

Das Wetter spielt an dem Wochenende mit. Regen und Wolken ziehen während der Öffnungszeiten ab. „Wir hatten richtig Glück. Am Sonnabend riss pünktlich um 11 Uhr die Wolkendecke auf und die Sonne kam durch“, sagt Verena Strebinger aus dem Organisationsteam des „Übersee-Törns“. „Es wurde dann nicht nochmal nass und füllte sich immer mehr. Zum Abend war es richtig voll vor der Bühne. Die Leute saßen auf den Stufen.“ Die Band „Double-o-Soul“ habe das Publikum mitgerissen. Auch lateinamerikanische Programmpunkte, eine Tanzperformance der „Casa Cultural“ und ein Konzert der Band „Buena Gente“, hätten die Stimmung zum Kochen gebracht.

„Ich denke, wir werden die 30.000-Zuschauer-Marke knacken“, sagt Mitorganisator Frank Bischoff. „Am Freitag hatten wir hier erstmalig Deutschrock. Das kam sehr gut an.“ Viele Gäste hätten die angenehme Stimmung gelobt. „Ich habe mehrfach gehört, es sei hier sehr entspannt. Die Stimmung sei nie aggressiv und man könne auch sehr schön über den Hafen gucken.“

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