Verkehrsunfallstatistik 2009: Rund 19 700 Unfälle im Land / Leichtes Plus von 1,7 Prozent / Radfahrer ohne Regeln

„Mein Rat, meiden Sie den Stern“

Die unüberschaubare Verkehrssituation Am Stern macht die Drehscheibe zum Bremer Unfallort Nummer Eins.

Bremen - Von Corinna Laubach· Überhöhte Geschwindigkeit und zu geringer Abstand sind nach wie vor die häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle auf Bremer Straßen. Dies ist das Ergebnis der Verkehrsunfallstatistik, die gestern von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) vorgestellt wurde.

Auf Bremens Straßen passieren im Schnitt 54 Unfälle am Tag mit durchschnittlich zehn Verletzten. Mit diesen Zahlen bewege sich Bremen im bundesweiten Mittelfeld, sagt Vizepolizeipräsident Lutz Müller. Im Jahr 2009 erfasste die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik insgseamt rund 19 700 Unfälle im Land Bremen. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,7 Prozent erhöht. Für den Innensenator ist die gestiegene Zahl an sich kein Grund zur Besorgnis: „Wir haben im Verkehr keine statischen Verhältnisse.“ Wohl Anlass zur Sorge bereiten ihm die insgesamt 14 im Straßenverkehr Getöteten (2008: 12) sowie die steigende Zahl der Schwerverletzten, die im Anschluss an einen Unfall zur stationären Behandlung in eine Klinik mussten. Im vergangenen Jahr waren es 432 Verkehrsteilnehmer (2008: 427). Zurückzuführen seien diese Zahlen auch auf eine steigende Aggressivität im Straßenverkehr. In diesem Zusammenhang appelliert Mäurer an eine vernünftige Fahrweise aller Beteiligten. Bei gut 5 000 der 19 700 Unfälle ist zu hohe Geschwindigkeit ursächlich. „Das ist ein Problem, das wir nicht in den Griff kriegen“, bedauert Mäurer. Er wünsche sich an dieser Stelle ein härteres Durchgreifen und größere Sanktionen als bisher.

Nachdenklich stimmen Polizei und Innensenator auch die hohe Zahl der an Unfällen beteiligten Radfahrer. Insgesamt 1 694 Unfälle gehen auf das Zweiradkonto. Auch für eine ausgewiesene Radfahrerstadt wie Bremen sei die Zahl viel zu hoch, so Gerhard Schulze, Direktionsleiter der Wasserschutz- und Verkehrspolizei. Auf Bremens Straßen herrscht laut den Beamten nahezu Anarchie auf dem Rad – und das quer durch alle Gesellschaftsschichten. Dass Verkehrsregeln auch seitens der Radfahrer eingehalten werden, darauf werde man verstärkt achten. Ebenso setze man auf mehr Kontrolle.

Als erfreulich bewerten die Beamten die rückläufige Zahl in Unfälle involvierter Kinder, allerdings steigt wiederum die Zahl der Unfälle mit Senioren. Aufgrund der demografischen Entwicklung werden die Zahlen hier weiter steigen, prognostiziert Müller. Unfallherde gibt es im Übrigen über das gesamte Stadtgebiet verteilt, als Spitzenreiter mit 70 Unfällen mit Personenschaden hat sich allerdings der Stern-Kreisel in Schwachhausen erwiesen. Mäurer pragmatisch: „Mein Rat, meiden Sie den Stern.“ Ob die gestern in der Verkehrsdeputation beschlossene Einrichtung einer Pufferzone Entspannung in der Verkehrsführung bringt, stellen Ressort und Polizei indes in Frage.

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