Bremen hat nun seinen Loriotplatz / Töchter und Senator enthüllen das Schild

„Mein Name ist Lohse“

Geschafft! Susanne (v.l.) und Bettina von Bülow enthüllen mit Verkehrssenator Joachim Lohse das Schild „Loriotplatz“. Der Platz liegt direkt vor dem Bremer Lieblingslokal des Humoristen. ·
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Geschafft! Susanne (v.l.) und Bettina von Bülow enthüllen mit Verkehrssenator Joachim Lohse das Schild „Loriotplatz“. Der Platz liegt direkt vor dem Bremer Lieblingslokal des Humoristen.

Bremen - Von Ralf Sussek. Am Ende ist doch noch alles gut: Selbst die Töchter Vicco von Bülows sind da, um das Straßenschild „Loriotplatz“ zu enthüllen – und das direkt vor seinem einstigen Bremer Lieblingsres taurant.

Dass ursprünglich ein Parkplatz vor dem Funkhaus von Radio Bremen den Namen des in der Hansestadt so verehrten Loriot tragen sollte, scheinen die Töchter den Bremern verziehen zu haben. Nachdem Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) einige persönliche Worte gesagt hat, enthüllen Bettina und Susanne von Bülow gemeinsam mit ihm das verhüllte Schild. Es ist ihr zweiter Besuch in Bremen in dieser Sache: Nach dem Hick-Hack um den Loriotplatz waren sie im Vorfeld selbst an die Weser gekommen, um sich ein Bild von den ursprünglich vorgeschlagenen Orten zu machen.

Ihre Wahl fiel auf einen Platz zwischen „Swissôtel“ und Wallanlagen, direkt vor „Grashoffs Bistro“. Das war in den Zeiten, als von Bülow seine erfolgreiche Loriot-Reihe mit Sketchen und Zeichentrickfilmen bei Radio Bremen produzierte, sein Lieblingslokal in der Hansestadt gewesen. Vor knapp zwei Jahren starb von Bülow, und auch daran erinnert das Straßenschild „Loriotplatz“ mit der Information: „Loriot, eigtl. Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, kurz Vicco von Bülow (1923–2011), Cartoonist, Schriftsteller, Film- und Fernsehautor, Regisseur, Schauspieler“.

Auch Lohse erinnert sich in seiner kurzen Ansprache an „wunderbare Momente“, die er selbst dank Vicco von Bülow erlebte. Zum Beispiel, als er Anfang der 90er Jahre in einer Behörde anruft und sich mit dem Satz: „Guten Morgen, mein Name ist Lohse“ meldet. Er erntet schallendes Gelächter am anderen Ende der Leitung. Zu dieser Zeit läuft von Bülows Film „Pappa ante Portas“ in den Kinos, und die Hauptfigur, der pensionierte Einkaufsdirektor Heinrich Lohse, stellt sich im Einkaufsladen so vor wie der (spätere) Senator: „Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein.“… Noch heute, so (der reale) Lohse, habe dieses Filmzitat, wenn er sich mit Absicht in dieser Weise vorstelle, einen „Wieder erkennungswert von 50 Prozent“. Und dem Senator erspart dieses kleine Amüsement den „Montagskoller“.

„Komik entsteht, wenn Ordnung gebrochen wird“, zitiert der Senator von Bülow und verhehlt nicht das Hin und Her, bis der richtige Platz für den Platz gefunden wurde. Ob Loriot zu Lebzeiten das gefallen hätte? Zumindest passt es zu seinen Werken, in denen gerade genau das geschah: Ordnung weg, Komik da.

Eine Skulptur zu Ehren Loriots ist offiziell bislang nicht geplant. Nicht auszuschließen ist eine Privatinitiative, die eines der charakteristischen „Knollenmännchen“ hier verewigt. Dann wäre auch die Verehrung der Bremer für den gebürtigen Brandenburger signifikant und würde dem großen Künstler Vicco von Bülow gerecht. Ein Schild allein reicht dafür kaum.

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