„Mein Kunst-Stück“ mit Pirjo Niiranen 

Panoramabild „Im Schilf“: Licht des Nordens

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Pirjo Niiranen stammt aus Finnland. Sie hat das Licht und die Farben des Nordens im Blut. Die Atmosphäre einer finnischen Landschaft hat sie auch in ihrem Ölbild „Im Schilf“ festgehalten.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Im Schilf“ heißt Pirjo Niiranens Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Im Panoramaformat zeigt es eine weite, flache Naturlandschaft mit Wasser und Schilf.

Es ist die Atmosphäre einer finnischen Landschaft, die Pirjo Niiranen auf 40 Zentimeter mal 130 Zentimeter Leinwand festgehalten hat. Das Ölbild „Im Schilf“ stammt aus dem Jahr 1997 und gehört zur einer Reihe mit dem Titel „Von Norden nach …“ In ihm findet die Bremer Künstlerin mit finnischen Wurzeln die Stimmung ihrer Kindheit und Jugend wieder. „Im Schilf“ ist charakteristisch für ihre Malerei.

Seit der nordischen Ausstellungsreihe zeigen viele ihrer Werke diese Farben und Stimmungen. „Da bin ich hängengeblieben“, sagt Niiranen und lacht. Nach Finnland muss sie dafür aber nicht fahren. „Ich habe das Licht und die Farben des Nordens so in mich eingesaugt, dass sie beim Malen wieder aus mir herausfließen. Es ist mein Markenzeichen geworden.“ Bevor sich Niiranen den stark abstrahierten Landschaften und Motiven widmete, malte sie Hunderte von Porträts.

Diese Phase mit gegenständlichen und naturalistischen Bildern war sehr wichtig für die Finnin. „Da ich die Malerei nicht gelernt hatte, freute ich mich, so etwas zeichnen zu können“, sagt sie. Denn seit ihrer Schulzeit habe sie gedacht, überhaupt nicht gut malen zu können. Als sie ihr Studium der Kunst- und Musikpädagogik in Bremen begann, sah sich Niiranen als Musikerin. Sie mied die Praxiskurse in Kunst, um nicht negativ aufzufallen.

Foto in der „Brigitte“ als Schlüsselerlebnis

Das Foto einer alten Frau in der Zeitschrift „Brigitte“ wurde dann zum Schlüsselerlebnis. Niiranen sah das Foto und hatte plötzlich das sichere Gefühl, dass sie dieses Gesicht zeichnen könne. Kurzentschlossen nahm sie sich die Buntstifte aus dem Schulranzen ihres Sohnes und legte los. Die Zeichnung gelang. Niiranen war voller Elan, und es entstanden zahlreiche weitere Porträts. Sie probierte später, mit Ölfarbe zu malen und schuf eine große Reihe, in der sie sich mit der Ästhetik des Alters befasste. „Ich war in der Zeit wirklich mutig. Wahrscheinlich hatte ich das schon ein ganzes Leben lang in mir.“

Dadurch, dass Niiranen berufstätig war, musste sie nicht zwingend Bilder verkaufen. Sie gönnte sich die Freiheit zu malen, wann immer sie Lust hatte. Die Herausforderung des Künstlerlebens liegt für sie dennoch darin, die Balance zwischen Kunst und Kommerz zu finden. „Die Galeristen forderten viel Eigenengagement“, sagt Niiranen. Gerade Ausstellungen im Ausland machten in der Vorbereitung enorme Arbeit.

Ob wir Kunst brauchen? „Man könnte auch fragen, wozu brauchen wir Sprache?“, entgegnet die Malerin. „Es ist ein Ausdrucksmittel für mich, wie für andere zu reden oder zu tanzen.“ Ob die Kunst dann jemand braucht, hänge davon ab, ob die Menschen den gleichen Kommunikationskanal mögen. Auf jeden Fall biete Kunst Vielfalt und bereichere das Leben.

Lange Zeit eine Art Botschafterin Finnlands

Zu den Künstlern, die für Niiranen besonders bedeutend sind, zählen die Finnischen Maler Helene Schjerfbeck (1862 bis 1942) und Akseli Gallan-Kallela (1865 bis 1931). Schjerfbeck schuf viele Porträts. Sie malte reduziert und mit ähnlichen Farben wie die Wahl-Bremerin. Gallan-Kalleli hatte Niiranen bereits als Kind fasziniert. In einer Ausstellung von ihm und fühlte sie sich durch seine starken und gegenständlichen Bilder bewegt.

Wenn Niiranen jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge eines ihrer Bilder als kleine Erinnerung an die finnische Regierung. „Ich war durch die Kunst und die internationalen Ausstellungen lange Jahre auch eine Art Botschafterin für das Land“, erzählt Niiranen. Seit jedoch die finnische Botschaft in Hamburg vor einigen Jahren geschlossen wurde, seien die offiziellen Kontakte sang- und klanglos verebbt. „Da könnte schon mal ein Blumenstrauß als Wertschätzung herüberkommen“, sagt Niiranen und trägt es mit Humor.

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