„Mein Kunst-Stück“ mit Karola Bösch: „Come together“

Menschen strömen zum Tanz

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Struktur und positive Kraft vereinen Karola Böschs Bilder.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Come together“ heißt Karola Böschs Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Es zeigt bunt gekleidete Menschen, die auf einen Punkt zuströmen, und es hat ein abstraktes Pendant, das „Landscape“ heißt. Aus dessen Farben schuf Bösch eine völlig andere Perspektive.

Je näher man an das Bild „Come together“ herangeht, desto deutlicher wird, dass die Figuren eigentlich nur Farbfragmente sind, erklärt Bösch. Sie seien aus dem abstrakten „Landscape“ entstanden. Die Figuren scheinen auf einen gemeinsamen Punkt zuzuströmen, wo ein Pärchen tanzt und andere musizieren. Kräftig aufgetragener Acryllack auf einem blassen Hintergrund sorgt für Kontrast.

„Die Menschen strömen unbewusst dahin, wo es schön ist“, sagt Bösch. Jede Figur gehe ihren eigenen Weg, und doch ergibt sich eine grafische Ordnung und Struktur. So vereinen sich unterschiedliche Perspektiven, wenn Menschen etwas gemeinsam machen. Das steht für das Spektrum Mensch. Beide Bilder verkörpern für Bösch das Positive. „Ich bin selbst ein sehr positiver Mensch und möchte das in meinen Bildern transportieren. Meine Farbwelten sind intensiv, leuchtend, expressiv und frisch“, sagt Bösch. „Ich mache, was aus mir selbst entsteht. Das ist ein großes Glück.“

Die grafische Ordnung ihrer Bilder sei von ihrer Beschäftigung als Grafik-Designerin geblieben, erzählt die freie Künstlerin. Damals habe sie in einer Agentur gearbeitet, zu deren Kundenkreis große internationale Unternehmen gehörten. Als sich die Agenturarbeit als nicht familienkompatibel herausstellte, beschloss Bösch einen anderen Weg einzuschlagen. Sie gab Kunstkurse. „Ich habe viel an die Kursteilnehmer weitergegeben, aber immer weniger selbst gemacht.“

Also begann die Künstlerin und Mutter vermehrt selbst zu produzieren und ihre eigenen Arbeiten auf den Markt zu bringen. Sie verband Kunst mit Grafik. Berührungsängste zwischen Auftragsarbeiten und eigener Arbeit kennt Bösch nicht: „Durch die vielen unterschiedlichen Arbeiten entwickle ich mich ständig weiter“. Für Aufträge seien meist Ausstellungen ausschlaggebend, bei denen Böschs Stil ihren Auftraggebern gefalle. Manchmal überraschten sie auch die Ideen anderer Menschen. Deren Wünsche setze sie gerne von um. „Wenn ich mich für eine Arbeit verbiegen müsste, würde ich allerdings ablehnen“, sagt sie.

Bereits in der ersten Klasse wusste Bösch, dass sie später etwas mit Kunst machen möchte. Das Künstlerleben entspreche jedoch gar nicht dem Klischee mit langen Nächten und viel Rotwein, sagt sie. Sie steht um 7.30 Uhr auf und geht nach einem kurzen Frühstück bis 18 Uhr oder auch mal Mitternacht ins Atelier. Die Freiheit bestehe darin, dass sie an Tagen, an denen sie schon nach dem Aufstehen weiß, dass gar nichts geht, eine Auszeit nehmen kann.

Die Kunst, meint Bösch, sei für die Menschen wichtig, um sich wohl zu fühlen, um nachzudenken. Man könne sich in eine andere Welt versetzen lassen – raus aus dem Alltag. Zu den Künstlern, die für Bösch besonders bedeutend sind, zählen der irische Maler Francis Bacon (1909–1992) mit seinen teils finsteren, verzerrten Darstellungen und der amerikanische Pop- Art-Künstler Keith Haring (1958–1990) wegen seiner fröhlichen und farbenfrohen Darstellungen, die „stark reduziert und trotzdem ausdrucksstark sind“.

Wenn Bösch jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann ginge „Come together“ an Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ihre Grundaussage finde ich gut“, meint Bösch. Doch die nächsten Schritte müssten überlegt sein und bedürfen bei der Umsetzung sicher viel „Manpower“ und positiver Energie.

Bösch gehört zu einem kleinen Künstlerkreis, die das Künstlerhaus „Art 15“ mit Galerie im Schnoor Nr. 15 betreibt. An den Adventssonntagen ist die Galerie von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

www.kunstbilder-boesch.de

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