„Alles auf eine Karte“

„Mein Kunst-Stück“ mit Cornelia Fender und ihrem Bild „Schwestern“

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Cornelia Fender präsentiert ihr Werk „Schwestern“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Schwestern“ heißt Cornelia Fenders Bild, das sie in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Im schmalen Hochformat zeigt es zwei Figuren, die zu einer verschmelzen. Die eine Bildhälfte ist durch Licht geprägt, die andere durch Schatten.

„Im Gegensatz zu den meisten anderen meiner Bilder, ist ‚Schwestern‘ eine gegenständliche Darstellung, die die Blickrichtung schon vorgibt“, sagt Cornelia Fender. Die „Schwestern“ von 2014 fallen damit aus der Reihe ihrer sonst vorwiegend abstrakten Kunst. Die beiden gemalten Frauen stehen Rücken an Rücken, Hand in Hand. Sie bilden eine Einheit aus Hell und Dunkel. „Es ist die Auseinandersetzung mit sich selbst“, sagt Fender. „Jeder hat eine helle Seite, die er nach außen zeigt und eine Seite, die oft unbewusst ist und im Verborgenen bleibt.“ Die Spirale im Hintergrund ist ein Symbol des Lebens, der Einheit und der Entwicklung.

Fender pflegt eine praktische Angewohnheit, die nicht selten den entscheidenden Impuls zu einer Idee gibt. Die übriggebliebenen Acrylfarben aus ihren Kursen verarbeitet die Kursleiterin, bevor die Farbreste auf den zum Mischen verwendeten Tellern eintrocknen. So entstehen neue Grundierungen. „Oft liegen die grundierten Leinwände dann noch Wochen herum. Irgendwann kommt mir dann die Idee zu den vorhandenen Grundfarben.“

Auf die Kunst gekommen ist Fender bereits im Vorschulalter. 1964 in Osnabrück geboren, teilte sie ihren Eltern als Fünfjährige mit, dass sie Kunstmalerin werden will. Tatsächlich aber wurde sie Erzieherin und zeichnete nur nebenbei. Irgendwann kaufte sie sich „ordentliche Farben“ und steuerte auf den Punkt zu, an dem sie von der Malerei nicht mehr lassen wollte. Sie ließ sich ein Jahr beurlauben, begann ein Studium für gestaltende Kunst und setzte 2010 „alles auf eine Karte“.

Heute verbindet die Bremerin das Kreative mit der Pädagogik. Sie gibt Kurse, unterrichtet und malt. „Es ist viel Drumherum zu tun, und man muss flexibel sein“, sagt sie. Trotzdem bleibe für die eigene Kunst nun mehr Raum, als früher. Die Herausforderung sei es, mit der finanziellen Unsicherheit zu leben. Wichtig ist es, Kontakte zu knüpfen, selbst auf Menschen zuzugehen und sich selbst zu präsentieren. „Das ist notwendig, um auf sich aufmerksam zu machen. Das Kreative hingegen ist einfach von selbst da. Die Ideen gehen mir nicht aus.“

Ob wir Kunst brauchen? „Auf jeden Fall. Ein Leben ohne Kunst wäre sehr arm. Unser Leben ist durch das Rationale bestimmt, während die Kunst durch die Intuition geprägt ist. Struktur und Ordnung sind wichtig, aber auch die andere Seite braucht ihren Raum.“

Zu den Künstlern, die für Fender besonders bedeutend sind, zählen Jackson Pollock und Sylvette, die für Pablo Picassos weltberühmtes gleichnamiges Porträt Modell stand. Jackson Pollock (1912 bis 1956) war ein US-amerikanischer Maler, der durch sein „Action Painting“ bekannt wurde. Dazu gehört auch das „Drip Painting“, bei dem er die Farbe nicht aufpinselte, sondern auf die liegende Leinwand tropfen ließ. Fender bewundert, dass er sich nicht an alte Regeln hielt, große Formate nutze und sehr gestisch malte. Sylvette David lernte sie persönlich bei der Zusatzausstellung zu Picasso in der City-Galerie kennen. „Ihre eigenen Bilder sind zart, phantasievoll und mit freundlichen Farben.“

Wenn Fender jemandem ein Bild als Botschaft schicken sollte, dann würde sie eines an die Banken und Konzerne adressieren. Als Erinnerung, dass sie den Blick nur für Wachstum und Umsatz haben und dass das Kleine dabei untergehe. „Die Frage ist nur, welches Format ich wählen soll“, sagt Fender lachend. Denn einerseits gilt es neben den meist großen Bildern in den Foyers wahrgenommen zu werden, andererseits will sie selbst „den Zirkus“ nicht mitmachen.

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