„Mein Kunst-Stück“ mit Peter Gutsche: „Wandobjekt auf Baustahl“

Das Motto „Vielfalt“

Ein Beispiel für Vielfalt: Peter Gutsche mit seinem Wandobjekt aus Stahl. J Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Wandobjekt auf Baustahl“ heißt das Objekt, das Peter Gutsche in unserer Serie „Mein Kunst-Stück“ vorstellt. Ausgesucht hat er dieses Kunstwerk als Verweis auf die Vielfalt seiner Themen, Techniken und Materialien.

Das längliche Wandobjekt von Peter Gutsche besteht aus zwölf einzelnen quadratischen Holztafeln, die auf einem Baustahlgitter sitzen. 20 mal 190 Zentimeter misst das Objekt und ist 2016 entstanden. „Es zeigt eine Reihe von Miniserien“, erklärt der Borgfelder. „Beispielsweise die Linien und Kreuze aus Bleistreifen, die Ausstanzungen, das gerostete Wachsblei und der Flussstein auf Drahtgewebe, der so vor der Platte schwebt.“ Gutsches Motto heißt „Vielfalt“ und er legt sich weder auf eine Technik noch ein Genre fest. An seiner Hauswand hängt eine Elefantenskulptur mit langen Spinnenbeinen, drinnen finden sich Aquarelle, mit Nägeln bestückte Holzplanken oder Platten mit Faltblei. Blei und Steine versiegelt der Borgfelder Künstler mit Klarlack.

Peter Gutsche verwendet gerne Materialien, die man auf Baustellen findet. Baustahl, Walzblech, Kies, Stahlnägel, Drahtgitter oder Flusssteine. „Das hat wohl mit meinem Beruf zu tun“, sagt er. „Ich bin gelernter Betonbauer und Bautechniker.“ Im Berufsleben fertigte er technische Zeichnungen und Skizzen an. Obwohl ihm das Spaß machte, hatte Gutsche keine Zeit gehabt, um sich weiter damit zu beschäftigen.

Dann, während eines Urlaubs, entschloss sich der Bremer Bauexperte, sich für einen Malkurs anzumelden. Dem ersten Aquarellkurs an der Volkshochschule folgten diverse Kurse für Malerei und Metallbearbeitung. Gutsche gründete die Malgruppe „Staffelei 98“ und begann auszustellen.

Um der Abwechslung willen versuchte sich der Maler in ersten Stahlarbeiten. Seine Werkbänke bei Haus und Garage bieten genügend Platz, um auch größere Skulpturen zu entwerfen. Malerei und Kleinskulptur behalten bei Gutsche trotzdem ihren Platz und begegnen einem als kleine Stahlgebilde auf Stein oder bunt bemalte Milchtüten. „Da bin ich experimentierfreudig“, sagt er. Als besondere Herausforderung empfindet Gutsche Arbeiten, die nach einem speziellen Kundenwunsch entstehen sollen.

Ob wir Kunst brauchen? – „Ich finde, sie macht das Leben schöner. Und wenn die eigene Kunst woanders hängt oder steht, ist das auch ein gutes Gefühl.“ Gutsche besucht aber auch viele Ausstellungen anderer Künstler. Rund 100 seien es jedes Jahr, erzählt er. „Dabei kann ich abschalten und lerne viele Leute kennen.“ Die Frage, ob er vielleicht schon früher hätte Künstler werden sollen, hat er sich nie gestellt. „Die meisten Künstler müssen doch auch nebenbei noch etwas anderes machen“, stellt er lakonisch fest.

Zu den Künstlern, die für Gutsche besonders bedeutend sind, zählen die Bildhauerinnen Gisela Eufe aus Worpswede und die heute in Deutschland lebende Bulgarin Margarita Pueva. Eufes Stil gefällt dem Bremer einfach, insbesondere wegen des Filigranen an ihren Skulpturen. Puevas Werke sah Gutsche schon in Düsseldorf und Den Haag. „Die kann malen“, ist sein Kommentar. „Und ihre Holzskulpturen mit Bronze kombiniert sind faszinierend.“

Wenn Gutsche jemandem ein Werk als Botschaft schicken sollte, dann gingen einige seiner bemalten Milchtüten-Objekte an die Molkereien. „Als Anstoß, die Preise so zu gestalten, dass die Bauern auch davon leben können.“

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