Nächste Bauphase für eine neue Flaniermeile in der Bremer Überseestadt gestartet

Meilenstein mit 1 500 Metern

„Oh, oh, das wird schief“, mag der Bauarbeiter vorn gedacht haben, während Wirtschaftssenator Martin Günthner im Führerhaus lieber eine kurze Pause einlegt und sich beim Fachmann nochmal erkundigt.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke· Von einem „weiteren wichtigen Meilenstein“ sprach gestern MittagWirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Und auch Andreas Heyer, Chef der Wirtschaftsförderung (WFB), freute sich über die nächste Phase beim Umbau des Europahafens. Denn sie beschert den Bremern eine neue Flaniermeile.

Dieser neue Meilenstein wird 1 500 Meter lang und reicht von der Konsul-Smidt-Straße (Höhe „Weser-Ufer“/Landmark-Tower) bis zum Kopf des Europahafens. Mit dem Einsetzen der neuen landseitigen Spundwand gehen die Arbeiten in eine wichtige Phase. Ganz mochten die Bauarbeiter dabei gestern dem neuen Senator noch nicht vertrauen – schließlich soll die Spundwand auch halten. So durfte Günthner am „Schalthebel der Macht“ im Raupenfahrzeug die sechs Meter hohe Wand nur ein paar Zentimeter in den Boden jagen. Sicher ist sicher! Den Rest erledigten die Profis.

Die neue eineinhalb Kilometer lange Promenade wird acht Meter breit. Dazu wird der Bereich zwischen neuer und alter Spundwand direkt an der Weser um vier Meter abgesenkt. Laut Heyer sollen die Vorarbeiten bereits im August fertig sein. Bis die Befestigung der Oberflächen komplett ist und die Kajenköpfe aufgesetzt sind, müssen die Bremer wohl bis Ende 2011 warten.

Die maritime Flaniermeile sei ein weiterer wichtiger Baustein für die Überseestadt mit ihrer Verbindung von Wohnen, Freizeit und Gewerbe. Alte und neue Industrieanlagen wechselten sich hier ab. Günthner: „Das ist etwas Besonderes.“ Mittlerweile seien in der Überseestadt bereits 450 Betriebe mit 8 800 Beschäftigten angesiedelt. Das Entwicklungskonzept lebe von der Wasserlage. Durch den Umbau der Kajen werde der Wasserbezug des Gebietes gestärkt, die Attraktivität gesteigert. Stadtentwicklung und Hochwasserschutz gingen dabei Hand in Hand.

Laut Günthner wird die Hochwasserschutzlinie erhöht. Die neue Spundseite zur Landseite bildet den Rand der oberen Promenade. Zur Wasserseite wird die alte Kajenwand abgesenkt.

Die Kosten der Maßnahme betragen samt der genehmigten Bundesmittel zur Umsetzung der neuen Hochwasserschutzhöhen rund 18 Millionen Euro. Die Mittel wurden im September vergangenen Jahres durch die Wirtschaftsdeputation bewilligt. Die Projektleitung hat die WFB. Für die Dauer der Bauarbeiten wird die Nordkaje wasserseitig zwischen Schup-

pen 1 und Landmark-Tower gesperrt.

WWW.

ueberseestadt.de

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