Innenstadt: Domsheide-Planungen werden konkreter / Einzelhändler feiern Stadtmusikanten

Mehr Übersicht und weniger Lärm

Planungen für die Domsheide – hier mit Bus- und Bahnhaltestellen (weiß markiert) an zwei verschiedenen Orten. Foto:BPR / HOREIS & BLATT / GRUNDLAGE © GEOBASIS-DE / GEOINFORMATION BREMEN

Bremen - Jacobs, Kühne und Nagel, Parkhaus Mitte und nicht zuletzt das Sparkassen-Areal mit den von Kritikern scharf abgelehnten Hochhaus-Türmen des Star-Architekten Daniel Libeskind – die Bremer Innenstadt steht vor so großen Veränderungen wie lange schon nicht mehr. Neben den Riesen-Investitionen gibt es eine ganze Reihe weiterer Themen und Projekte, die gegenwärtig ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen – vom Verkehrsknotenpunkt bis zum Geschäftsgeburtstag.

Rund um den Dom etwa stehen Veränderungen an. Während für den Wochenmarkt auf dem Domshof feste Verkaufsstände im Gespräch sind, gehen die Planungen für den Umbau der Domsheide voran. 14 Varianten waren mal im Gespräch, zwei sind übriggeblieben – vor einigen Monaten waren noch vier in der engeren Wahl. 2022 soll der Umbau beginnen, heißt es im Bau- und Verkehrsressort. „Die Planungsaufgabe ist hochkomplex“, so Sprecher Jens Tittmann.

Kann man wohl sagen. Mit täglich etwa 70 000 Fahrgästen ist die Domsheide nach dem Hauptbahnhof das „zweitgrößte Drehkreuz“ der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), so deren Sprecher Andreas Holling. Die Bahnlinien 2, 3, 4, 6 und 8 fahren, rattern und rumpeln über den Platz, was Konzert- und Theaterbesuchern in der Glocke nicht immer verborgen bliebt. Hinzu kommen noch die Buslinien 24 und 25. Tag für Tag steigen 13 000 Fahrgäste zwischen den sieben Bus- und Straßenbahnlinien an der Domsheide um.

Dort kommen sich Fußgänger, Radfahrer, Busse und Bahnen öfter mal in die Quere. Es soll für alle übersichtlicher und bequemer werden. „Zur Erweiterung eines barrierefreien Ein- und Umstiegs wird die Domsheide umgestaltet. Außerdem sollen der Stadtraum aufgewertet und die Belange des Fuß- und Radverkehrs angemessen berücksichtigt werden“, heißt es im Ressort.

Die beiden Umbauvarianten, die noch im Spiel sind, „weisen die größten Übereinstimmungen mit den verschiedenen Planungszielen auf“, so der Sprecher. Barrierefreie Haltepunkte sind da ebenso gefragt wie technische Lösungen, um Lärm und Erschütterungen in der Glocke und den anderen Gebäuden zu reduzieren. Dies soll nun mit einer bautechnischen Lösung, einem so genannten Masse-Feder-System, untersucht werden. Beide Entwürfe sehen zudem vor, dass die Busse in Zukunft mit auf dem Fahrweg der Straßenbahn fahren. Was unterscheidet die Varianten?

Nun, während die eine die Ein- und Ausstiege für Busse und Bahnen allein zwischen Glocke und Kaiserlicher Post/Volksbank platziert, liegen die Haltestellen bei der anderen vor der Post und in der Balgebrückstraße – entzerrt, weitläufiger, weniger Gewusel an einer Stelle. Nächster Schritt ist nun die genauere Ausarbeitung beider Vorschläge „in verkehrsplanerischer und städtebaulicher Hinsicht“. Eine Frage wird dabei sein, um wieviele Meter der markante Backsteinturm des weltberühmten dänischen Künstlers Per Kirkeby (1938 bis 2018) auf der Domsheide verrückt werden muss.

Vom Bremer Verein „Selbstbestimmt Leben“ als Interessenvertretung behinderter Menschen kommt unterdessen bereits Kritik. Für Rollstuhlfahrer drohen Schwierigkeiten beim Ein- und Aussteigen, heißt es. Geplant sei, die Haltestellen an der Domsheide auf ein Niveau von 25 Zentimeter zu erhöhen, um den Abstand zur Einstiegshöhe der Busse und Bahnen zu senken. „Dann entsteht aber automatisch ein horizontaler Spalt zwischen Haltestelle und Fahrzeug“, so die Kritik. Zudem dürfte es immer noch unterschiedliche Höhen geben.

Szenenwechsel – von der Verkehrs- und Baupolitik in die Märchenwelt. Ein Thema, das sich durchs City-Jahr zieht, ist das Jubiläum „200 Stadtmusikanten“. Höhepunkt des „Stadtmusikantensommers“ wird die Jubelparty sein, die in der Zeit vom 3. bis 7. Juli in der Innenstadt und am Weserufer steigt. Den Auftakt macht ein „Fensterkonzert“ mit den „Bremer Philharmonikern“ am 3. Juli, bei dem die Musiker den Domshof aus den umliegenden Häusern heraus musikalisch „verzaubern“, wie es vorab märchenmäßig heißt.

Danach beginnt ein Straßenmusikfestival zu Ehren der Stadtmusikanten. Schon jetzt haben die Einzelhändler der Domshof-Passage eine drei Meter hohe Stadtmusikanten-Plastik aufgestellt, die fast komplett aus Pflanzen besteht – aus Draht geformt, mit Moos gefüllt. Planung und Konzeption: Leucht-Gärten in Stuhr.

Wenige Meter von der Domshof-Passage entfernt wurde derweil ein weiterer besonderer Geburtstag gefeiert: Die Konditorei Knigge an der Sögestraße gibt es seit 130 Jahren. Das Anfangskapitel des Familienunternehmens schrieb der Konditormeister Friedrich Emil Knigge am 21. Mai 1889, als er eine Süßwarenmanufaktur übernahm und um ein Café ergänzte. Knigge ist eines der letzten familiengeführten Unternehmen in der City.

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