Die Sanierung der Lesumbrücke dauert bis zum Frühjahr 2021

Mehr Stahl

Planung: Durchfahrt für Schiffe auf der einen, Platz für Pontons auf der anderen Seite. 
Grafik: Amt für Straßen und Verkehr
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Planung: Durchfahrt für Schiffe auf der einen, Platz für Pontons auf der anderen Seite. Grafik: Amt für Straßen und Verkehr

Bremen – Im November beginnt die Sanierung der maroden Lesumbrücke. Das kündigte Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) am Dienstag an. Im Zuge der Autobahn 27 führt die Brücke nicht nur über die Lesum und in Richtung Bremen-Nord, sondern vor allem nach Bremerhaven.

„Die Brücke ist für die Wirtschaft und die Logistikbranche wichtig, weil dies der Weg in die Häfen Bremerhavens ist“, sagte Schaefer. Im Frühjahr 2021 sollen die Ertüchtigungsarbeiten beendet sein – etwas später als ursprünglich geplant.

Seit Ende 2018 gilt eine Teilsperrung der Brücke. Dadurch stehen pro Fahrtrichtung gegenwärtig nur zwei statt drei Spuren zur Verfügung. Der Grund sind Defizite bei der Tragfähigkeit der Brücke, deren tragende Konstruktion aus Stahl besteht.

Leichte Verzögerung bei der Sanierung

Die marode Lesumbrücke im Zuge der Autobahn 27 gilt als wichtige Logistik-Achse für die Häfen Bremerhavens. Nun soll sie mit Stahl-Einsätzen wieder komplett tragfähig gemacht werden. Die Arbeiten kosten eine Million Euro.

Wie sind diese Defizite möglichst schnell auszugleichen, bis 2028 ein bereits in Auftrag gegebener kompletter Neubau fertig ist? Das war nun die Frage. Antwort der Gutachter: eine Sanierung ist möglich – und eben auch deutlich schneller zu realisieren als ein zwischenzeitlicher Ersatz-Neubau; schon aus baurechtlichen Gründen. „Die Sanierung ist möglich, indem Stahlträger zur Verstärkung eingebaut werden“, so Senatorin Schaefer. Das Ziel sei „die schnellstmögliche Rückkehr zu drei Fahrspuren pro Richtung“.

15 Tonnen Stahl für die marode Lesumbrücke

Insgesamt 15 Tonnen Stahl werden nun in die Brücke eingefügt, so Martin Stellmann vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV). Notwendig sei ein kleinteiliger Einbau von Stahlteilen an 40 verschiedenen Stellen an der Unterseite der Brücke. Die Brücke wird „ertüchtigt“. „Unter Ertüchtigung verstehen die Fachleute die bauliche Verstärkung des Bauwerks an seinen tragenden Bauteilen“, so Ressortsprecher Jens Tittmann. „Dies geschieht im Wesentlichen an den Stellen, an denen rechnerisch die zulässigen Belastungen überschritten werden.“ All das sollte, so die ursprüngliche Idee, von der Brücke aus gemacht werden.

Berechnungen haben aber ergeben, dass Stahlbauteile und Geräte für die Lesumbrücke etwas zu schwer wären. Also mussten die Ingenieure umplanen. „Wir werden Dalben in die Lesum rammen und zwischen ihnen Pontons verankern, die wir dann an Stahlseilen in die jeweils benötigte Position verholen“, so Stellmann.

Arbeitsbühnen auf Pontons unter der Lesumbrücke

Dann kommen Arbeitsbühnen auf die Pontons – und es wird gleichsam von unten an der Brücke gearbeitet. Über die komplette Strecke darf die Brücke nicht mit Pontons „unterlegt“ werden – dann hätte die Schifffahrt keine Durchfahrtmöglichkeit mehr; auch das war zu beachten.

Die Umplanung ist laut Senatorin Schaefer der Grund für die leichte zeitliche Verzögerung. Eigentlich sollten die Arbeiten schon in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nun peilen die Planer März/April 2021 an. Direkt nach der Brückenertüchtigung durch die Stahl-Injektion sollen die Fahrbahnarbeiten folgen, hieß es am Dienstag. Die Stahlbau- und Asphaltarbeiten kosten insgesamt eine Million Euro, so Stellmann.

Senatorin Schaefer: „Verlässliche Planung für Wirtschaftsverkehre“

„Wir haben jetzt eine verlässliche Planung für die Wirtschaftsverkehre“, freut sich unterdessen Senatorin Schaefer. Dass es überhaupt so weit gekommen ist, gilt als bundesweites Thema – von Nord bis Süd gibt es Diskussionen über marode Brücken. ASV-Chef Sebastian Mannl: „Diese Art von Brücken wurde gebaut, als die Verkehrsannahmen noch anders waren. Damals konnte man sich die Verkehre von heute nicht vorstellen.“

Und nun muss nachgerüstet werden – und auch neu gebaut. Die neue Lesumbrücke entsteht in der Verantwortung des Bundes. Als Herausforderung gilt hier, wie zu organisieren ist, dass während der Bauarbeiten (und durch die Arbeiten) möglichst wenig in die geschützte Naturlandschaft an der Lesum eingegriffen wird. Sollte sich der Neubau verzögern – der ertüchtigte Altbau hält länger als bis 2028, hieß es.

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