Bausenator will Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen

Mehr soziale Durchmischung

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Auch in Bremen-Mitte werden in den kommenden Jahren neue Wohnungen errichtet. Am Abbentorswall/Ecke Töferbohmstraße, direkt neben dem Telekomgebäude, sind bereits die Bagger angerückt. ·

Bremen - Von Nina Seegers3 700 Wohnungen an 30 verschiedenen Standorten im Bremer Stadtgebiet will Bausenator Joachim Lohse (Grüne) in den kommenden Jahren entwickeln. Rund 25 Prozent dieser Wohnungen sollen für sozial benachteiligte Menschen sein.

Bauvorhaben, die den Anteil an geförderten und damit preisgünstigen Wohnungen erhöhen, will der Bausenator mit besonderem Nachdruck vorantreiben. Die Mieten sollen dann zwischen 5,60 Euro und 6,50 Euro pro Quadratmeter liegen. „Unser Ziel ist ausreichend preiswerter Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen und ein vielfältiges und ausgewogenes Wohnangebot in der ganzen Stadt“, sagte Lohse gestern auf einer Pressekonferenz.

Dabei komme es vor allem darauf an, den sozialen Zusammenhalt der Stadt zu stärken und der Schere von Arm und Reich entgegenzuwirken, erklärte Lohse weiter. Daher sollen in wohlhabenderen Stadteilen vermehrt günstiger Wohnungen entstehen und in benachteiligten Quartieren Wohnobjekte mit gehobenem Niveau errichtet werden.

Die Nachfrage, welche Stadtgebiete Bremens denn bereits eine gute soziale Durchmischung hätten, wusste der Bausenator nicht direkt zu beantworten. Woltmershausen, Neustadt, Findorff oder Walle hätten aber ein großes Potenzial, das seien zur Zeit noch „schlummernde Perlen“, so Lohse.

Bis 2015 soll etwa die Hälfte der 3  700 Wohnungen fertiggestellt sein. Die 30 verschiedenen Standorte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet von Blumenthal bis Osterholz, von Horn bis Arsten. Am meisten soll in Zukunft im Bremer Westen, vor allem in der Überseestadt, gebaut werden. Dort sollen insgesamt 1 230 Wohneinheiten entstehen.

Aber auch in Bremen-Mitte wie am Abbentorswall und der Ölmühlenstraße sowie beim Klinikum Bremen-Mitte will man in naher Zukunft knapp 900 neue Wohnungen errichten. „Wir wollen jungen Menschen und Familien attraktive Wohnangebote machen, damit sie in Bremen bleiben“, sagte Lohse.

Die 30 Projekte stecken zur Zeit noch in der Planung. Für viele gibt es bislang noch kein Baurecht, für einige noch nicht mal einen Bebauungsplan. Um den Wohnungsbau voranzutreiben, müssen Senat und Wohnungswirtschaft sich noch einige Male zusammensetzen, um einzelne Aspekte wie städtebauliche Konzeption Erschließung und Lärmschutz zu klären. Darüberhinaus müssen viele Flächen mit den einzelnen Beiräten diskutiert und in Bebauungsplänen konkretisiert werden.

Vor dem Hintergrund, dass der Wohnungsbau jahrelang stark vernachlässigt worden ist und es in Bremen an bezahlbaren Wohnraum mangelt, ist gerade im August ein Wohnraumförderungsprogramm von 40 Millionen Euro beschlossen worden.

Im Jahr 2009 hatte der Senat festgestellt, dass bis 2020 rund 14 000 neue Wohungen im Stadtgebiet gebaut werden müssen, um die Nachfrage zu decken. Zur Zeit liege Bremen im Zielkorridor der Wohnungsbaukonzeption, so Lohse.

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