Gruppen-Trubel / Polizei: Jungen Menschen fehlt das Bewusstsein für die Pandemie

Bremen: Mehr Kontrollen gegen Corona-Verstöße

Immer mehr Verstöße gegen die Corona-Regeln, insbesondere von jungen Menschen. Die Polizei kündigte jetzt noch mehr Kontrollen an den Bremer Hotspots an.
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Immer mehr Verstöße gegen die Corona-Regeln, insbesondere von jungen Menschen. Die Polizei kündigte jetzt noch mehr Kontrollen an den Bremer Hotspots an.

Kein Termin-Shopping mehr in der Stadt Bremen, weil der Inzidenzwert seit mehreren Tagen über 100 liegt, Ausgangssperre in Bremerhaven wegen eines Wertes von über 200 – Bremen hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie die Notbremse gezogen, das Land fährt sich runter. Die Polizei kontrolliert die Regeln, trifft aber immer wieder auf Gruppen und wird zum Teil bei ihrer Arbeit beschimpft und attackiert.

Bremen - Sommer, Sonne, Wärme – gerade in den vergangenen Tagen werden die Gruppen auf den Flaniermeilen mehr und größer, gut zu beobachten an der Schlachte, am Osterdeich und am Werdersee, um nur einige Hotspots zu nennen. Mit den Abstands- und Hygieneregeln nehmen es dabei viele Menschen nicht so genau, sagte Polizeisprecherin Franka Haedke am Dienstag. Daher werde die Bremer Polizei nun noch stärker Präsenz zeigen.

Menschentrauben ohne Distanz

„Gerade bei jungen Menschen scheint das Bewusstsein für die gegenwärtige Pandemiesituation zu sinken. So versammelten sich am Montag vor allem an der Schlachte, am Osterdeich und auch am Werdersee zahlreiche Menschentrauben und ließen dabei jegliche Distanz vermissen“, sagte Haedke. Aber auch im Bereich des Sportgartens in der Überseestadt mussten ihren Angaben zufolge Einsatzkräfte einschreiten, da dort in größeren Gruppen auf Fußball- und Basketballfeldern gespielt wurde. „Die vor allem jungen Leute ignorierten dabei die aktuellen Corona-Regeln“, sagte die Sprecherin. Offenbar waren sich die Menschen durchaus bewusst, dass ihr Treiben nicht pandemiegerecht war, denn beim Anblick der Polizei flüchteten sie, Gruppen lösten sich auf. Wo dann doch noch jemand erwischt wurde, gab"s Anzeigen und Platzverweise. Wie berichtet, werden die Polizeibeamten bei den Kontrollen immer wieder massiv angegangen, so zuletzt am Osterdeich (wir berichteten). Dort wurden die Einsatzkräfte aus einer Gruppe von 100 Menschen mit einer Bierflasche beworfen und als „Acab, Scheiß Hurensöhne“ beleidigt (Acab: All cops are bastards, alle Polizisten sind Bastarde). Ähnliches geschehe immer häufiger, sagte Haedke. Dennoch: „Wegsehen ist für die Polizei keine Option“, betonte sie. Die Polizei reagiere mit mehr Präsenz und Kontrollen.

Bürgerpark-Tombola geht weiter

Zurück zur Notbremse: In der Stadt Bremen gibt es noch ein bisschen Leben. Zum Beispiel läuft der Losverkauf der Bürgerpark-Tombola rund um das Team von Dietmar Hoppe weiter. Und das ist auch gut so, schließlich ist der Bürgerpark-Verein auf die Einnahmen aus der Lotterie angewiesen. Am 8. März – und damit viereinhalb Wochen später als geplant – war der Losverkauf der bunten Glücksbriefchen mit der Liebfrauenkirche auf dem Cover am Bahnhofsvorplatz und auf dem Liebfrauenkirchhof gestartet worden. Auch das Tombomobil rollt durch die Stadt. Über Ostern steuert die Verkaufsstation auf vier Rädern den Bürgerpark an. Und die erste Autogewinnerin hat die Zündschlüssel für ihr neues Fahrzeug erhalten. Imke de Boer aus Findorff sicherte sich den ersten Hauptgewinn der Tombola-Saison. Sie ist jetzt Besitzerin eines Renaults Twingo im Wert von gut 11 000 Euro. Der wendige Kleinwagen ist eine Spende der Stiftung Sparda-Bank Hannover. Ein Los kostet zwei Euro. Und der Erlös aus dem Losverkauf kommt dem Bürgerpark und anderen Parks in Bremen zugute. Im Vorjahr brach der Reinerlös coronabedingt auf 177 000 Euro ein. 2019 wurden 420 000 Euro für die Parks erlöst.

Zoo Bremerhaven schließt wieder

In Bremerhaven gilt ab dem frühen Abend (21 bis 5 Uhr) bis zum 18. April eine Ausgangssperre. Auch der Zoo muss wieder schließen, und zwar ab 1. April. Ein Besuch mit Schnelltests lasse sich organisatorisch nicht umsetzen, sagte Direktorin Dr. Heike Kück.

Inzidenzwert in der Stadt Bremen sinkt leicht

Die Zahl der Corona-Infizierten ist am Dienstag im Land Bremen um 121 auf 20 832 seit Ausbruch der Pandemie gestiegen. Das teilte das Gesundheitsressort am Abend mit. 99 Fälle gab es in der Stadt Bremen. Hier sank der Inzidenzwert leicht auf 113,8 (Bremerhaven: 272). Zwei weitere Menschen mit dem Virus starben (bisher 406). Aktuell sind dem Ressort 1 480 Infizierte bekannt. 147 Covid-19-Patienten werden in Kliniken des Landes behandelt, 40 auf Intensivstationen. 47 der 147 Patienten kommen aus dem Umland. Trotz gestiegener Infektionszahlen bewegt sich die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken seit Wochen auf gleichbleibendem Niveau. Im Land Bremen sind bislang insgesamt 87 300 Menschen geimpft worden, davon 34 452 zweimal. 71 461 der Geimpften kommen aus der Stadt Bremen.

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