Publikumsmagneten in Herbst und Winter

Bremen: Mehr Gäste bleiben kürzer

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Im ersten Halbjahr sind mehr Touristen nach Bremen gekommen und haben unter anderem die Stadtführungen der BTZ genossen. Allerdings blieben die Gäste nicht mehr so lange wie vor einem Jahr, sagen die Statistiker.

Bremen - Städtereisen liegen nach wie vor im Trend. Und auch Bremen profitiert. Im ersten Halbjahr 2017 übernachteten 551.557 Gäste in Stadtbremer Hotels, Pensionen und auf Campingplätzen. Das waren 3,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Wermutstropfen: Die Touristen bleiben nicht mehr so lange. Die Zahl der Übernachtungen sank laut Statístik des Statistischen Landesamts um 0,7 Prozent auf 936.989.

Die Touristen und Geschäftsleute bleiben demnach umgerechnet jeweils 1,8 Nächte in der Hansestadt, ein Jahr zuvor waren es noch 1,9 Nächte. „Jetzt gilt es, die Gäste zum längeren Bleiben zu bewegen“, sagt Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ). Ein Großteil der Bremer Übernachtungen werde durch Geschäftsreisende generiert. „Der Rückzug großer Unternehmenszentralen aus der Hansestadt sowie Sparzwänge in Unternehmen sind häufig ein Grund für entfallene oder verkürzte Dienstreisen.“ Und das mache sich in der Hotellerie bemerkbar, auch weil viele Firmenkunden über Online-Portale in Ferienwohnungen buchen.

Uneinheitlicher Trend

Zurück zur Halbjahresbilanz: Auch im Bundesland Bremen zeigt sich der uneinheitliche Trend mit 614.367  Ankünften (plus 3,3 Prozent) und 1 124.750 Übernachtungen (minus 0,9 Prozent). Nach wie vor kommen die meisten Gäste aus dem Inland – etwa 80 Prozent waren es von Januar bis Juni. Bei ihnen verzeichneten die Statistiker ein Plus von 3,9 Prozent bei den Ankünften und einen Rückgang von 0,8 Prozent bei den Übernachtungen.

Die Ankünfte aus dem Ausland stiegen um 1,5 Prozent (Übernachtungen: minus 0,4 Prozent). Die wichtigsten Auslandsmärkte bleiben die Niederlande (23.554 Übernachtungen, plus 7,5 Prozent), Großbritannien (18.795  Übernachtungen, minus 8,6 Prozent) und die USA (11.884  Übernachtungen, minus 2,2 Prozent). Die Rückgänge aus dem Vereinigten Königreich seien zu großen Teilen auf die Pfund-Verluste nach der Brexit-Entscheidung zurückzuführen. Ein Blick auf die einzelne Monate zeigt, dass der Tourismus im Jahr 2017 zurückhaltend begann. 

Siemering fordert „intensives Marketing“ im Inland

Im Januar gab es bei den Übernachtungszahlen einen Rückgang um 1,6 Prozent, im Februar minus 8,5 Prozent. März und April lagen knapp unter den Vorjahresmonaten, ab Mai ging es mit einem Prozent bergauf. Für Juni wurde ein Plus von 5,4 Prozent gemeldet. Gründe für die Schwankungen im Monatsvergleich seien nicht leicht zu bestimmen, heißt es. Für Februar macht sich laut BTZ ein statistischer Effekt aus dem Februar 2016 bemerkbar: Die Übernachtungen waren damals um fast neun Prozent in die Höhe geschnellt, allein aus den Niederlanden wurde ein Plus von 30 Prozent verzeichnet. „Ursache war die alle zwei Jahre stattfindende Messe ‚Fish international‘“, sagt Siemering.

Die Deutschen reisen nach wie vor gerne, vor allem im eigenen Land. „Wir brauchen aber ein intensives Marketing und überregional wirksame Großveranstaltungen, um noch mehr Gäste nach Bremen zu locken“, sagt Siemering und setzt aufs zweite Halbjahr mit Publikumsmagneten wie Freimarkt (13. bis 29. Oktober) sowie Weihnachtsmarkt und Schlachte-Zauber (27. November bis 23.  Dezember).

Auch „überregional attraktive Sonderausstellungen“ starten im Herbst: So zeigt das Paula Modersohn-Becker-Museum zeigt ab 24. September „Schlaf – eine produktive Zeitverschwendung“ (bis 4.  Februar 2018), am 30. September eröffnet die Kunsthalle ihre Max-Beckmann-Schau (ebenfalls bis 4. Februar 2018) und das Übersee-Museum will mit „Cool Japan“ die Besucher anlocken (4. November bis 1. Mai 2018).

Außerdem stehen im Herbst und Winter außerdem größere Kongresse auf dem Programm. So werden zum Jahreskongress für SAP-Anwender, vom 26. bis 28. September fast 4000 Teilnehmer erwartet. Und vom 1.  bis  3.   Dezember finden die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften der Masters im Schwimmen in Bremen statt. Erwartet werden rund 1000  Teilnehmer.

je

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