Alkoholverbot sorgt für Unmut

Freimarkt trotz Corona-Krise: „Mehr Familie, weniger Party“

Ein Archivbild vom Freimarkt Bremen zeigt Fahrgeschäfte und Trubel.
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Fahrgeschäfte, Zelte und Buden: So eng wird es auf der Bürgerweide in diesem Jahr nicht werden. Doch der Freimarkt soll stattfinden – als temporärer Vergnügenungspark. Dafür hat der Senat am Dienstag die Weichen gestellt.

Bremen – Eine gute Nachricht, eine schlechte Nachricht? Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat da seine Zweifel. Er stellt klar: „Einen traditionellen Freimarkt, der auch von Festzelten geprägt ist, kann es unter Corona-Bedingungen nicht geben.“

Eine abgespeckte Version soll es aber doch geben. Darauf hat sich der rot-grün-rote Senat am Dienstag in Bremen verständigt. Andreas Bovenschulte spricht von einem „temporären Freizeitpark auf der Bürgerweide“. Geplant ist eine eingezäunte Festwiese ohne Alkoholausschank, ohne Festzelte und mit weniger Karussells als üblich. Das Konzept des Senats für den Freimarkt Bremen sieht außerdem vor, dass nie mehr als 6000 Besucher zugleich eingelassen werden. Masken müssen nicht überall getragen werden, sind aber an Ein- und Ausgängen und in den Warteschlangen Pflicht. „Mehr Familie, weniger Party – das verlangt leider die Corona-Pandemie“, sagt der Bürgermeister.

Freimarkt Bremen: Das größte Volksfest in Norddeutschland

Der Freimarkt Bremen ist das größte Volksfest in Norddeutschland – mit einer langen Tradition. Die 985. Ausgabe steht bevor. „Wir wollen das Fest ermöglichen, aber der Gesundheitsschutz muss gewährleistet sein“, sagt Andreas Bovenschulte. Das Konzept des Bremer Senats erfordert von den Schaustellern erhebliche Anstrengungen. Der Senat bringt ergänzende wirtschaftliche Hilfen ins Gespräch.

Und die Schausteller? Rudolf Robrahn, Geschäftsführer des Bremer Schaustellerverbands, kritisiert das generelle Alkoholverbot. Das sei eine Ungleichbehandlung gegenüber der stationären Gastronomie. „Im Grunde entmündigt man volljährige Besucher mit dem Verbot.“ Gegen die allgemeinen Regeln wurde bereits mehrfach von Gegnern der Corona-Maßnahmen demonstriert.

Schausteller Rudolf Robrahn: „Volljährige werden entmüdigt“

Für Bürgermeisterin und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) birgt ein Alkoholausschank auf dem Freimarkt Bremen hingegen ein „zu großes Risiko“. Es gehe um die Gesamtverantwortung für „die Gesundheit unserer Bevölkerung“. Schaefer weiter: „Einen Corona-Ausbruch können wir uns nicht leisten.“

„Besondere Zeiten erforderten besondere Maßnahmen“, fuhr die Grüne fort. Den Freimarkt stattfinden zu lassen, sei ein „Signal für Familien und Kinder“, ein „versöhnlicher Ausklang nach vielen Entbehrungen“. Und es sei auch ein Angebot an die Schausteller, „ein bisschen Geld zu verdienen“.

Vier Wochen lang sollen die Schausteller Geld verdienen. Der Freimarkt Bremen wird auf vier Wochen verlängert. Täglich darf bis 22 Uhr geöffnet werden. Nur wann es genau losgeht, steht noch nicht fest. Die Herbstferien sollen laut Andreas Bovenschulte einbezogen werden. Und die beginnen in Bremen und im niedersächsischen Umland am 12. Oktober.

Vier Wochen Freizeitpark auf der Bürgerweide Bremen

Details müssen ohnehin noch geklärt werden. Da geht unter anderem um die Zulassungszahlen und darum, wer sich wo auf der Bürgerweide platziert. Außerdem geht es darum, wer den Freizeit-Freimarkt eigentlich veranstaltet. In normalen Zeiten macht das das Wirtschaftsressort. Vielleicht übernimmt die Veranstaltungsgesellschaft Bremer Schausteller. Doch die sträubt sich wegen des generellen Alkoholverbots auf dem gesamten Festgelände.

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