Verkehrskonzept für die Überseestadt: Entwurf liegt vor

Mehr Busse und weniger Staus

„Gerade in Spitzenzeiten klemmt es ganz schön“ – die Staatsräte Ekkehart Siering (l., Wirtschaft) und Jens Deutschendorf (Verkehr) vor einem Modell der Überseestadt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Stau in der Überseestadt – und allen Beteiligten ist klar: so geht es buchstäblich nicht weiter. Die Staatsräte Jens Deutschendorf (Verkehr) und Ekkehart Siering (Wirtschaft) haben am Mittwoch den Entwurf eines neuen Verkehrskonzepts für die Überseestadt vorgelegt.

Wirtschaftsförderung und Verkehrsressort hatten einem Dresdner Ingenieurbüro und einer Beratungsfirma den Auftrag gegeben, ein Konzept zu erarbeiten – mit Blick auf die prognostizierte weitere Entwicklung der Überseestadt bis 2030.

Doch schon in der Gegenwart wird‘s oft eng, weil die 300 Hektar große Überseestadt sich so schnell entwickelt. „Gerade in Spitzenzeiten klemmt es ganz schön“, sagt Siering. Vor diesem Hintergrund fordert Deutschendorf einen „Weiterbau der Autobahn 281, damit alles funktionieren kann“. Zudem müsse der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) gefördert und gestärkt werden.

Busse stehen zuweilen „mehr als zehn Minuten im Stau“, so Gutachter Dirk Ohm. „Das sind keine akzeptablen Zustände.“ Die Kreuzungen am Rande der Überseestadt sind regelmäßig überlastet. Und die Überseestadt wächst weiter. Laut Prognose wird sich die Zahl der Menschen, die dort wohnen, bis 2030 (gegenüber 2015) etwa verzehnfachen – von 1 070 auf 11 010. Und die Zahl der Beschäftigten wird demnach von 12 680 auf 18 000 Menschen wachsen.

Neben dem A281-Lückenschluss schlägt Gutachter Ohm deshalb eine bessere ÖPNV-Anbindung der Überseestadt an den Hauptbahnhof vor. Gerade während des Berufsverkehrs müssten Straßenbahnen und Busse viel öfter fahren – und die Busse der Linie 20 auch auf eigener Spur. Das sei eine Kernmaßnahme.

Fußgänger und Radfahrer bekommen im dem Konzept-Entwurf mehr Platz. Lastwagen werden zum Teil umgelenkt. So sollen sie an der Rampe zur Stephanibrücke nicht mehr abbiegen dürfen. Für die Konsul-Smidt-Straße, eine der Hauptstraßen der Überseestadt, schlägt Ohm ein Durchfahrtverbot für Laster vor. Empfohlen wird zudem ein neuer Anschluss der Hafen- an die Nordstraße.

Für Wasserflächen müsse es neue „Querungsmöglichkeiten“ geben, die Fußgängern und Radfahrern helfen. Die Liste der Vorschläge reicht hier von Fährangeboten und „Wassertaxis“ bis hin zu einer Brücke über den Europahafen.

Jenseits aller Maßnahmen dürfte die Kreuzung Eduard-Schopf-Allee/Am Wall „problematisch“ bleiben, heißt es in dem Konzept. Der Grund dafür sei, dass es hier nur „geringe Asubaukapazitäten“ gebe. So müsse an dieser Stelle in Spitzenzeiten weiter mit „langen Wartezeiten“ gerechnet werden.

Der Entwurf des Verkehrskonzepts wird nun in der Deputation besprochen; anschließend folgen Beirat und Bürgerbeteiligung. Zudem können Bürger via Internet Stellung nehmen. Ein Abschlussbericht soll dann im Januar/Februar 2018 vorliegen. Für die vorgeschlagenen Sofort- und Kernmaßnahmen (wie: ÖPNV, Lastwagenverkehr, Entlastung von Kreuzungen) sind 1,6 Millionen Euro im Haushaltsentwurf eingeplant worden. Für Projekte wie die Brücke über den Europahafen gibt es noch kein Geld.

www.bauumwelt.bremen.de/verkehr/verkehrskonzepte/integriertes_verkehrskonzept_fuer_die_ueberseestadt_in_bremen-60090

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