Agentur legt Berufsberatungsbilanz vor

Mehr Bewerber auf weniger Ausbildungsstellen

Bremen - Von Martin Kowalewski. Die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungsplatz ist in Bremen etwa konstant geblieben, dagegen ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze gesunken. Das geht aus der Bilanz der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zum Berufsberatungsgeschäftsjahr 2016/17 hervor.

Götz von Einem, Vorsitzender der Geschäftsführung, zog am Donnerstag bei der Präsentation eine gemischte Bilanz: „Der Ausbildungsmarkt am Ende des Geschäftsjahres zeigt Licht, aber auch Schatten, abhängig davon, welchem Blickwinkel man die Daten betrachtet.“

In der Stadt Bremen waren 3 513 Ausbildungsplatzbewerber gemeldet, das sind 98  oder 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. 247 Bewerber in der Stadt Bremen blieben unversorgt, ein Plus von 73 oder auch 42 Prozent. Allerdings seien bei der Agentur für Arbeit Bremen und Bremerhaven nur etwa 70 bis 75 Prozent der ausbildungsinteressierten Jugendlichen registriert.

Im Land Bremen waren 3 935 Ausbildungsstellen bei der Agentur gemeldet, ein Rückgang um 76, entsprechend 1,9 Prozent. 93 Stellen blieben unbesetzt, 17 weniger als im vorhergegangenen Erhebungszeitraum (minus 15,5 Prozent). Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf bei der Arbeitsagentur gemeldete Ausbildungsstellen.

Karlheinz Heidemeyer, Geschäftsführer des Bereichs Aus- und Weiterbildung bei der Handelskammer, berichtet von einem Plus von 1,3   Prozent bei den in Bremen abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. „Im kaufmännischen Bereich hatten wir eine Verschlechterung, aber die technischen Berufe haben das aufgefangen“, sagt er.

Geringe Bekanntheit mancher Berufe

Die Berufswünsche würden sich oft den Stellenvolumina anpassen, so von Einem. Berufe, bei denen viele Stellen ausgeschrieben sind, stoßen auch bei den Bewerbern auf große Beliebtheit. Dieses gelte etwa für Kraftfahrzeug-Mechatroniker. Dass andere Berufe sich schwerer mit der Azubi-Suche täten, läge oft an deren geringerer Bekanntheit. Der Beruf Mechatroniker sei zum Beispiel weniger gefragt als sein Pendant in der Autobranche.

Während die Arbeitslosenzahlen bundesweit im Oktober gesunken sind, gab es in der Stadt Bremen sogar einen leichten Anstieg: 27.762 Menschen waren arbeitslos, 120 mehr als im Vormonat (plus 0,4 Prozent). Von Einem spricht von einer Seitwärtsbewegung. Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 602 beziehungsweise 2,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,6 Prozent (Vorjahr 9,4 Prozent). „Die Flüchtlinge kommen auf den Arbeitsmarkt und beeinflussen die Statistik nachhaltig“, so von Einem. 7 .400 offene Stellen waren gemeldet, davon kamen 1. 642 im Oktober neu hinzu. Aktuell dauert es durchschnittlich 130 Tage, eine offene Stelle zu besetzen – acht Tage mehr als im Vorjahr. Der Grund: Die Stellen seien anspruchsvoller. Logistik, Kommunikationsbranche und Baugewerbe böten eine hohe Nachfrage. Der Bedarf in der Zeitarbeit und der Gastronomie sei etwas zurückgegangen.

Rubriklistenbild: © dpa

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