Antje Boetius in Wissenschaftsrat berufen / Untersuchungen über Sauerstoffmangel in Gewässern

Meeresbiologin im Tauchgang

Antje Boetius an Bord des Tauch-U-Bootes „Jago“ auf dem Weg ins Schwarze Meer.

Bremen - Von Viviane StrahmannBREMEN · Den hochdotierten Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekam sie bereits im vergangenen Jahr verliehen, nun wurde die Bremer Geomikrobiologin Prof. Antje Boetius von Bundespräsident Horst Köhler in den Wissenschaftsrat berufen.

Zu den Themen Forschung und Lehre wird Antje Boetius Bund und Länder beraten. Inhaltlich geht es um die Planung der Struktur und Entwicklung von wissenschaftlichen Institutionen wie Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. „Der Wissenschaftsrat nimmt wesentlichen Einfluss auf die institutionelle Forschungsentwicklung in Deutschland. Dass ich dabei mitwirken kann, ist eine große Ehre“, freut sich „Powerfrau“ Boetius.

„In Arbeitsgruppen beschäftigen wir uns mit Aspekten von gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und kultureller Relevanz“, erklärt die Wissenschaftlerin weiter. Dazu gehören Fragen nach „gerechten Qualitätsmaßstäben für Universitäten und Hochschulen, aber auch, ob sich Religionslehre in Schulen und Universitäten wandeln muss, um  gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden“, so Boetius.

Zur Zeit arbeitet die 43-jährige Meeresbiologin der Uni Bremen und Mitarbeiterin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) sowie des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie (MPI) an Bord des Forschungsschiffs „Merian“ im Schwarzen Meer, wo sie gemeinsam mit ihrem Team von internationalen Forschern sauerstoffarme, sogenannte hypoxische Gebiete untersucht. Hier herrsche ein natürlicher Sauerstoffmangel, man könne daher gut untersuchen, welche Konsequenzen dieAusbreitung von geringen Sauerstoffkonzentrationen im Zuge der Erderwärmung und Überdüngung für andere Meeresgebiete hätte, erklärt Boetius. „Gerade bin ich von einem Tauchgang mit dem Forschungs-U-Boot ,Jago‘ zurückgekehrt, wo wir untersucht haben, in bis zu welchen Sauerstoff- Konzentrationen Quallen vorkommen.“

Möglich werden die Forschungen im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Hypox“ unter der Leitung von Boetius, Felix Janssen (MPI) und Christoph Waldmann vom MARUM (Zentrum für Maritime Umweltwissenschaften).

Sauerstoffarme Verhältnisse breiten sich in aquatischen Ökosystemen immer weiter aus – verursacht durch den globalen Wandel. Die Erwärmung führt zu Sauerstoffverlust und verringert die Tiefenwasserzirkulation. Die Überdüngung der Gewässer verstärkt diese Prozesse, die verringerte Verfügbarkeit von Sauerstoff verschlechtert die Qualität des Wassers. Einbußen für die Fischerei sowie die Tourismusindustrie sind mögliche Folgen. Ziel ist es, Ursachen, Zukunftsaussichten und Folgen von niedrigen Sauerstoff-Konzentrationen zu verstehen.

Die Schelfregionen des Schwarzen Meeres, des größten hypoxischen und anoxischen (Sauerstoff-freiem) Gewässers der Erde, eignen sich daher als natürliches Labor zur Untersuchung der Auswirkungen von Schwankungen des Sauerstoffgehalts auf Lebensgemeinschaften und biogeochemische Prozesse, die für den Aufbau und die Funktion des Ökosystems verantwortlich sind.

Als Leiterin der Forschungsgruppe für Tiefseeökologie und Technologie des AWI und MPI beschäftigt sich Boetius auch mit der Rolle und Vielfalt verschiedener Ökosysteme in der Tiefsee.

WWW.

mpi-bremen.de

hypox.net

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