Ehemalige und aktuelle Mitarbeiter berichten

Berichte: Hygienemängel und Mobbing in McDonald’s-Filialen

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McDonald’s-Filialen in Bremen und Brinkum stehen massiv in der Kritik.

Stuhr/Bremen – Von Martin Sommer. Lebensmittel mit abgelaufenen Haltbarkeitsdaten, verdreckte Milchaufschäumer und Kannen sowie benutzte Becher für Milchshakes im Verkauf – wenn es stimmt, was ehemalige und aktuelle Mitarbeiter berichten, dann müssen in McDonald’s-Filialen in Bremen und Brinkum skandalöse Zustände herrschen.

Franchisenehmer Bernd Oude Hengel, der im September 2016 in Bremen und Brinkum 23 McDonald’s-Filialen übernommen hat, weist auf Anfrage dieser Zeitung die Vorwürfe zurück: „Zu keiner Zeit gab es von mir Anweisungen, abgelaufene Lebensmittel zu verwenden.“ Oude Hengel zeigte sich schockiert von den Vorwürfen und kündigte „eine schnelle und umfängliche Aufklärung dieser Vorfälle“ an.

Laut Radio Bremen und NDR bestehen in einigen Schnellrestaurants „erhebliche hygienische Probleme“. Mitarbeiter der Filiale Brinkum hätten abgelaufenen Salat verwenden müssen, der schon draußen auf der Abfalltonne lag; in einem McCafé sei fünf Tage abgelaufene Bio-Milch ausgeschenkt worden. Auch seien fehlgeleitete Burger, die zurückgegeben wurden, an andere Kunden verkauft worden. Benutzte Becher für Milchshakes seien kurz unter fließendem Wasser ausgespült und wiederverwendet worden.

Gewerkschaft nicht überrascht

Moritz Steinberger, Bremer Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, überraschen die kolportierten Missstände keineswegs. Führungskräfte setzten ihre Mitarbeiter psychisch unter Druck oder steigerten die Arbeitsbelastung. „So kommt es dann zu den Hygienemängeln.“

Und so kommt es dann auch zum Krach. Steinberger berichtet von zehn Klageverfahren von fünf Klägern allein in den vergangenen Monaten gegen den Bremer Franchise-Unternehmer. Ergebnis der Mobbing-Prozesse: „Die wurden alle gewonnen.“ Einen erfolgreichen Prozess führte ein dreifacher Vater Mitte 50, der seit 15 Jahren in der Brinkumer Filiale tätig war. Der Vorwurf gegen ihn: Er habe Produkte unentgeltlich an Freunde abgegeben.

„Moral und Anstand gibt es dort nicht“

Kaum besser erging es einer McDonald’s-Kollegin, die im Nebenjob in einer Bäckerei aushalf. Bis Freitag war sie krankgeschrieben, am folgenden Sonntag konnte sie wieder Brötchen verkaufen. Dabei erschien ihr Filialleiter in der Bäckerei, schrie sie an und bezichtigte sie vor Kolleginnen und Kunden des Arbeitszeitbetrugs.

Auf die Aufarbeitung der Vorwürfe darf man nun gespannt sein. Thomas Schlingmann, der Rechtsschutzsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbunds, hat da seine eigenen Erfahrungen gesammelt: „Moral und Anstand gibt es dort nicht.“

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