Straßennamen erzählen Geschichten (387): Vor Stephanitor im Faulenquartier / Blitzeinschläge und Brände

Von Mauern, Mühlen und Magazinen

Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Fehlt da nicht ein „dem“? Nein, es fehlt nicht. Die Straße heißt einfach „Vor Stephanitor“. Ohne „dem“. Sie liegt mitten im Faulenquartier, in Sichtweite von Weser, Stephanikirche und Radio Bremen.

Ihren Namen hat sie vom alten Stephanitor. Erst im Jahr 1305 war das Stephaniviertel in den Bereich der Bremer Stadtmauer eingeschlossen worden. Und die Mauer bekam natürlich auch an dieser Stelle ein Tor – eben das Stephanitor. Es stand zunächst im Bereich der Großenstraße (siehe auch Folge 385 dieser Serie). Später wurde das Tor dann verlegt. Es lag nun etwas weiter nördlich.

Das Tor hatte einen Turm mit Giebel, der im Jahr 1547 abgenommen wurde. In der Nachbarschaft des Stephanitors hatten die Bremer ein paar Jahre zuvor den Stephanitorszwinger errichtet – ein Pulvermagazin mit kegelförmigem Turm. Am 4. August 1647 schlug hier der Blitz ein. Anschließend wurde der Zwinger gesprengt. Auch das Torgebäude rissen die Bremer schließlich ab – 1802. Was blieb, ist der Name in Stadtplänen und auf den Straßenschildern. Was außerdem blieb, sind Erinnerungen.

Erinnerungen zum Beispiel an die Mühle am Stephanitor. „Ursprünglich war sie eine Bockmühle“, schreibt der Historiker Herbert Schwarzwälder in seinem „Großen Bremen-Lexikon“ (Edition Temmen). Dann aber kam der Mühlenbaumeister Berend Erling ins Spiel, der die Mühle um 1840 herum in eine Holländermühle umbaute, berichtet Schwarzwälder weiter. Im September des Jahres 1911 brannte die Erlingsche Mühle am Stephanitor ab.

Zuvor hatte der Kaufmann und Müller Carl Erling sie übernommen – jener Erling, der 1897 am Holz- und Fabrikenhafen die Firma Rolandmühle gegründet hatte. Heute wird das Familienunternehmen in der sechsten Generation geführt. Das Jahr 1811 übrigen markiert den Beginn der Familie Erling als Mühlenbauer in Bremen – da kann im nächsten Jahr der 200. Geburtstag gefeiert werden.

Doch zurück zum Stephanitor. Nach ihm wurde nicht allein die Straße benannt, von der hier die Rede ist – das alte Tor in der Stadtmauer diente auch schon als Schiffsname. Die „Stephanitor“ fuhr in den 70er Jahren als Massengutfrachter für die Bremer Schlüssel-Reederei. Dieselbe Reederei hatte in den 50er Jahren den Motortanker „Stephanitor“ in Dienst gestellt.

WWW.

stephani-bremen.de

rolandmuehle.de/n-Muehle-Bremen/history-d.php

schluessel-reederei.de/cms/front_content.php?idart=102

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