Frühzeitig Brücken schlagen: Kirchliches „Kita-Mobil“ unterstützt Flüchtlingskinder

Matten, Spiele, Malsachen

Die Erzieherin Marie Mörke mit Flüchtlingskindern in der Überseestadt. Die Vorschulpädagogin gehört zu einem dreiköpfigen Team, das mit einer mobilen Kita der Bremischen Evangelischen Kirche in diakonischen Notunterkünften und Asylheimen unterwegs ist. Mit dem Modellprojekt sollen Flüchtlingskinder möglichst früh beim spielerischen Spracherwerb unterstützt werden. - Foto: epd

Bremen - Von Dieter Sell. Mit einem „Kita-Mobil“ unterstützt die Bremische Evangelische Kirche (BEK) Flüchtlingskinder in Notunterkünften und Asylheimen. Dabei gehe es unter anderem um einen spielerischen Spracherwerb, der nicht früh genug beginnen könne, sagte der theologische Repräsentant der BEK, Pastor Renke Brahms. „Wir wollen aber auch Brücken schlagen hin zu bestehenden Hilfen für Kinder und Familien.“

Das Modellprojekt soll die Eltern zugleich mit dem System deutscher Kindertagesstätten bekanntmachen. Es wird unter anderem mit Zuschüssen der Deutschen Fernsehlotterie finanziert. Mit dem „Kita-Mobil“ besucht ein Team von drei Erzieherinnen die Unterkünfte. Es ist mit zwei größeren Anhängern unterwegs, die vollgepackt sind mit Mobiliar, Matten, Spielzeug, Spielen, Büchern, Malutensilien und Werkzeug.

„Das Mobil kommt an zwei Tagen pro Woche für jeweils etwa vier Stunden in die Einrichtungen“, erläuterte der Leiter des Bremer Landesverbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, Carsten Schlepper. Eine der Anlaufstellen ist die Zeltunterkunft „Kaffee-Quartier“ in der Überseestadt, in der momentan knapp 300 Menschen leben, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Iran.

Vielen Flüchtlingsfamilien dort und auch anderswo falle es schwer, sich im deutschen System der Kindertagesstätten zurechtzufinden, sagte Schlepper. Das liege zum einen an fehlenden Informationen und zum anderen an Sprachbarrieren.

Länger als geplant in Notunterkünften

Überdies blieben die Kinder oft länger als zunächst geplant in den Notunterkünften, im „Kaffee-Quartier“ beispielsweise etwa drei bis sechs Monate.

„Es wäre fatal, wenn wir diese Zeit nicht nutzen“, betonte der Leiter der Flüchtlingshilfe beim Bremer Verein für Innere Mission, Bertold Reetz. Wenn Kinder zusammen spielten und lernten, übten sie ein respektvolles Miteinander ein, hieß es. Hinzu komme die besondere Begabung gerade kleiner Kinder für den spielerischen Spracherwerb, erläuterte Schlepper: „Wenn der kleine Ali aus Syrien nach wenigen Tagen fast akzentfrei ,Schokoladeneis – superlecker‘ sagt, ist das ein Beleg für die Chancen.“ Das Bremer „Kita-Mobil“-Projekt ist zunächst bis 2018 befristet und kostet jährlich 100 000 Euro. Neben der Fernsehlotterie beteiligen sich die BEK sowie die Sozial- und die Bildungsbehörde an der Finanzierung. - epd

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