Planungen am Computer

Roncalli in Bremen: Team errichtet 16 Meter hohe Masten

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Zeltmeister Michele Rossi (v.l.), Mitarbeiter Mike Wulpe und Betriebsleiter Patrick Philadelphia beim Errichten der Zeltmasten für das Bremer Gastspiel auf der Bürgerweide.

Bremen - Von Viviane Reineking. Während in München noch bis Sonntagabend Besucher in die nostalgische Roncalli-Welt eintauchen, beginnt ein „Vorkommando“ am Freitagmorgen bereits mit den Vorbereitungen für den Aufbau des Zirkuszeltes auf der Bremer Bürgerweide. Hier gastiert der Circus Roncalli vom 18. November bis zum 10. Dezember.

Patrick Philadelphia ist ein Mann für alle Fälle. Als Tagesregisseur ist er für den perfekten Ablauf einer Roncalli-Show zuständig. In der Manege schlüpft er in seinen roten Frack und in die Rolle des leicht überheblichen Sprechstallmeisters mit der sonoren Stimme. Aber Philadelphia hat noch einen dritten Job: Als Betriebsleiter ist er dafür verantwortlich, dass der Zirkus rechtzeitig steht und bespielbar ist.

Am Freitagmorgen ist er deshalb schon früh gemeinsam mit Zeltmeister Michele Rossi auf der Bürgerweide unterwegs: Das Vorkommando errichtet die Masten für das Zirkuszelt. „Was in der Baubranche das Richtfest ist, ist für uns das Errichten der Masten“, so Roncalli-Sprecherin Nina Leimer. 16 Meter hoch sind die vier Stangen, jede etwa knapp 300 Kilogramm schwer. „Damit wir in Bremen schon einmal loslegen können, während in München noch Vorstellungen stattfinden, gibt es sie gleich in mehrfacher Ausführung“, so Leimer.

Zelt fasst 1.499 Zuschauer

Zuvor aber vermessen die Mitarbeiter den Platz und markieren, wo Zelte und Wagen stehen sollen. „Der Mittelpunkt der Manege wird als erstes festgelegt, davon ausgehend ergibt sich dann alles andere“, so Philadelphia, der im Zirkus geboren und aufgewachsen und seit 22 Jahren bei Roncalli ist. Die umfangreichen Vorplanungen allerdings finden nicht auf der Bürgerweide, sondern am Computer statt, wie der 43-Jährige verrät: Hier würde bereits geklärt, wo Anschlüsse für Wasser und Strom lägen und festgelegt, wo welcher Zirkuswagen, wo die fünf Zelte – darunter das für die Pferde – ihre Plätze finden.

Nach dem Ausmessen geht es an das Einschlagen der Eisenanker: 1,20 Meter etwa werden sie in die Tiefe getrieben, an ihnen werden später die Abspannungen der Masten befestigt, um das Zelt gegen Sturm von bis zu 150 Kilometer pro Stunde zu sichern. Etwa vier Kilogramm wiegt jeder dieser 130 Erdnägel.

Am Dienstag dann rollt der rund 700 lange Roncalli-Sonderzug auf Schienen Richtung Norden, am Mittwoch bauen rund 60 Mitarbeiter das 1.499 Zuschauer fassende Zelt auf – eine Routinearbeit, die das Team acht bis zehnmal pro Jahr verrichtet.

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