Martinshof: Hautop geht, Weiberg kommt

„Ein Teil der Stadt sein“

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Martinshof-Chef Wilfried Hautop (links) mit seinem Nachfolger Ahlrich Weiberg.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. „Jetzt geh‘ ich erstmal weg“, sagte Martinshof-Geschäftsführer Wilfried Hautop gestern Nachmittag in der Unteren Rathaushalle bei seinem letzten Kundenempfang. Nach fast 30 Jahren beim Martinshof, Werkstatt für behinderte Menschen, geht der 65-Jährige am Montag in Ruhestand (wir berichteten). Sein Nachfolger wird am 1. Dezember Ahlrich Weiberg (54). Parallel zum Empfang wurde die Ausstellung mit Produkten des Martinshofes und weiterer Werkstätten eröffnet.

Eigentlich hatte Hautop sich schon beim Empfang vor einem Jahr verabschiedet – und im Sommer nochmal zwei Monate drangehängt. Der 65-Jährige betonte, dass die 1 950 Beschäftigten und 350 betreuenden Fachkräfte der Werkstatt „ein Teil der Stadt“ sein wollen, „mittendrin“ statt am Rande. Man sei auf gutem Weg. Ob Polizei, Airbus oder Mercedes, die Mitarbeiter des Martinshofes arbeiteten inzwischen für etliche Unternehmen in der Stadt. „Wir wollen nicht auf Knetgummi zurückgedrängt werden, sondern da mitarbeiten, wo andere auch arbeiten“, betonte Hautop. Für die Zukunft schwebt „Mr. Martinshof“ unter anderen ein Hotel vor, das von Behinderten betrieben wird.

Bürgerschaftspräsident Christian Weber ging humorvoll auf Hautops Perfektionismus ein („er überlässt nichts dem Zufall, organisiert alles“) und gab zugleich dessen Nachfolger Weiberg mit auf den Weg: „Wilfried Hautop hinterlässt große Fußstapfen.“ Im Laufe der Jahre habe sich der Martinshof ein „riesengroßes Ansehen“ erarbeitet. Als Zulieferer für Mercedes zu arbeiten, das sei sozusagen der Ritterschlag. Weber: „Die Werkstatt ist Hightech. Ich bin stolz, so etwas in Bremen zu haben.“

Hautops Nachfolger Wei-berg ist gebürtiger Wolfsburger und gelernter Maschinenbau-Ingenieur. Seit fünf Jahren ist er Chef der Allertal-Werkstatt in Celle. Dort hat der 54-Jährige beispielsweise vor einem Jahr ein Lebensmittelgeschäft aufgebaut, in dem behinderte Menschen arbeiten. Zuvor war er zehn Jahre bei den Zieglerschen Anstalten am Bodensee als Werkstattleiter beschäftigt. Die Arbeit mit behinderten Menschen empfindet der Ingenieur als „sehr befriedigend“. Ein Haus in Bremen hat Wei-berg bereits gefunden.

Die Ausstellung in der Unteren Rathaushalle dauert bis 6. Dezember und ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

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