Martinsclub stellt Schulassistenten vor

Mehr als nur Naseputzen

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Die Schulassistenten Christian Heinig und Maja Lorenzen.

Bremen - „Assistenz in Schulen ist mehr als nur Naseputzen und Schuhezubinden“, sagt Verena Knothe. Die 36-Jährige ist Schulassistentin. Und weiter: „Mit mir bringt mein betreuter Schüler seine Bedürfnisse zur Sprache.“ Knothe ist eine von sechs Assistenten, die jetzt in einer Ausstellung mit großen Leinwänden stellvertretend für mehr als 400 Kollegen ihren beruflichen Alltag schildern. Zu sehen sind die Porträts bis zum 31. Juli im Zentrum des Martinsclubs am Buntentorsteinweg 24.

Besucher erfahren, dass Verena Knothe sich hat porträtieren lassen, „damit das zur Zeit diffuse Bild der Schulassistenz von der Öffentlichkeit deutlicher wahrgenommen wird“. Genau das ist Sinn und Zweck der Wanderausstellung. „Sie soll verdeutlichen, welchen wichtigen Beitrag Assistenten in Schulen leisten“, sagt Christina Ruschin, Sprecherin des Martinsclubs. Die Assistenten sorgten für einen barrierefreien Alltag, ohne sie wäre Inklusion in Schulen nicht möglich. Sechs Assistenten berichten, welche Motivationen und Qualifikationen sie für ihre Aufgabe mitbringen. Ruschin: „Durch diese persönlichen Darstellungen versprechen wir uns zudem, einen Zugang zum Thema Inklusion in Schulen zu schaffen, auch für Menschen, die nicht primär damit zu tun haben.“ Deswegen ist die Schau als Wanderausstellung konzipiert und wird neben Orten wie der Stadtbibliothek und VHS auch im Einkaufszentrum Weserpark sowie in Bürgerhäusern und Cafés zu sehen sein. Die sechs Porträts ähneln Schulwandkarten und sind an nostaligischen Kartenständern befestigt.

Assistent Christian Heinig sagt zu seiner Motivation: „Als gelernte Pflegefachkraft wusste ich gar nicht, dass man auch in der Schule arbeiten kann. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich habe dann ganz schnell gemerkt, dass mir die Arbeit innerhalb der Schule unheimlich viel Spaß macht.“ Ihm gefällt es, zu unterstützen und die Selbstständigkeit zu fördern.

Die Spannweite der Assistenten sei groß, sagt Regina Schmid, Fachbereichsleiterin Assistenz in Schulen, Es gehe um Unterstützung beim Sehen und Hören, bei Autismus und Diabetes, bei Mobilitätseinschränkungen, chronischen Erkrankungen oder geistigen Beeinträchtigungen. Thomas Bretschneider, Vorstand des Martinsclubs, betont: „Wir haben Inklusion zum zentralen Thema gemacht. Wir versuchen, Inklusion in allen Bereichen – beim Wohnen, in der Bildung und Freizeit – zu realisieren.“

gn

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